Rund um den Tag des deutschen Bieres am 23. April richtet sich der Blick auf die Braubranche. Während steigende Energiepreise sowie geopolitische und strukturelle Herausforderungen diskutiert werden, setzt das Riedenburger Brauhaus auf eine technische Lösung. In einer neuen Produktionsstätte entsteht ein Energiekonzept, das die Bierherstellung ohne fossile Energieträger ermöglichen soll. Ein zentraler Bestandteil sind drei großdimensionierte Energiespeicher, die aktuell installiert werden. Dazu gehören zwei Pufferspeicher sowie ein Brauwasser-Energiespeicher. Sie bilden die Grundlage für ein Energiesystem, das auf erneuerbare Quellen ausgerichtet ist.
Energiespeicher als zentrale Komponente des Energiekonzepts
Die Energiespeicher übernehmen eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung von Prozesswärme. Der größte Speicher ist rund zwölf Meter hoch, fasst etwa fünfundfünfzigtausend Liter Wasser und kann rund fünftausend Kilowattstunden thermische Energie aufnehmen. Diese Kapazität entspricht in etwa dem Wärmebedarf eines kompletten Produktionstages und bildet die Grundlage für eine kontinuierliche Versorgung der Brauprozesse.
Energieerzeugung und Nutzung durch Energiespeicher entkoppelt
Die Energiespeicher werden vor allem dann geladen, wenn ausreichend Strom aus Photovoltaik zur Verfügung steht. Die gespeicherte Energie wird zeitversetzt im Produktionsprozess genutzt. Dadurch lassen sich Lastspitzen reduzieren und Energieflüsse flexibel steuern, was die Integration erneuerbarer Energien erleichtert.
Die Reduktion des Energiebedarfs um bis zu zwei Drittel basiert auf dem Zusammenspiel mehrerer technischer Ansätze. Abwärme wird zurückgeführt, Wärmepumpen erhöhen das Temperaturniveau, und Vakuum-Brüdenverdichter unterstützen die Dampferzeugung. Energiespeicher übernehmen dabei die Aufgabe, die erzeugte Wärme bedarfsgerecht bereitzustellen.
Energiespeicher reduzieren den Energiebedarf in der Produktion
Für die Herstellung eines Hektoliters Bier werden im neuen Konzept rund 20 Kilowattstunden Wärme benötigt. Daraus ergibt sich ein täglicher Bedarf im Bereich mehrerer Tausend Kilowattstunden. Durch den Einsatz von Energiespeichern lässt sich dieser Bedarf effizient decken und der Einsatz fossiler Energieträger vermeiden.
Demonstrationsprojekt für die Lebensmittelindustrie
Das Projekt wird wissenschaftlich vom Institut für Energietechnik begleitet und durch ein bayerisches Förderprogramm unterstützt. Es dient als Demonstrationsvorhaben für energieintensive Betriebe der Lebensmittelindustrie. Die Kombination der eingesetzten Technologien wird erstmals in dieser Form umgesetzt und soll als Modell für weitere Anwendungen dienen.
„Die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern ist für uns ein klares Unternehmensziel. Dass uns die aktuelle geopolitische Lage in dieser Entscheidung bestätigt, zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig unabhängige Lösungen zu entwickeln“, betont Geschäftsführer Maximilian Krieger. Das Projekt zeigt, wie Energiespeicher zur Umsetzung solcher Strategien beitragen können.