Relevanz vom Digitalization Productivity Bonus in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Investition in neue Technologien

Produktivitätsgewinn durch die Umstellung auf digitale Technologien

Die neue Generation digitalisierter Technologien bzw. Industrie 4.0 ermöglicht es Herstellern aller Sektoren, ihre Leistung durch die Verbesserung der Produktivität, mehr Planungs- und Prognosesicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und finanzielle Nachhaltigkeit zu steigern. Auch die Getränke- und Lebensmittelindustrie kann durch die Investition in neue Technologien enorm von der digitalen Revolution profitieren, wie der folgende Gastbeitrag von Kai-Otto Landwehr, Leiter des Commercial-Finance-Geschäfts von Siemens Financial Services (SFS) in Deutschland, zeigt.

Obwohl die Dimensionen der Produktivität sich zwischen den unterschiedlichen Sektoren und Ländern unterscheiden, die gesteigerte Produktivität – die Fähigkeit entweder die gleiche Anzahl an Produkten kostengünstiger oder mehr Produkte zum gleichen Preis herzustellen – hat immer positive Auswirkungen auf Kosten und Margen. Dieser Produktivitätsgewinn – den SFS als Digitalization Productivity Bonus bezeichnet – steht im Zentrum einer aktuellen und von SFS durchgeführten Studie. Über 60 internationale Managementberatungsfirmen, Hersteller und Wissenschaftler wurden gebeten, die finanziellen Vorteile anzugeben, die sich typischerweise aus der höheren Produktivität der Digitalisierung ergeben. Das sich daraus ergebende Modell schätzt den Digitalization Productivity Bonus unterschiedlicher Branchen. Der potentielle globale Digitalization Productivity Bonus (aller Herstellungssektoren) wird bis 2025 auf zwischen 6,3 - 9,8 Prozent  des jährlichen Gesamtumsatzes geschätzt.

Darüber hinaus widmet sich die Studie insbesondere den potentiellen Gewinnen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Ihre Ergebnisse basieren auf Schätzungen des potentiellen finanziellen Gewinns infolge der Produktivitätssteigerungen, die durch die Digitalisierung erzielt werden. In der globalen Lebensmittel- und Getränkeindustrie wird der Produktivitätsgewinn durch die Umstellung auf digitale Technologien auf 290 bis zu 450 Milliarden Dollar geschätzt.

Deutliche kommerzielle Vorteile durch Digitalisierung

Der Digitalization Productivity Bonus ist ein wichtiger Anhaltspunkt für CFOs in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Allerdings gibt es noch weitere kommerzielle Vorteile, die durch die Digitalisierung entstehen: Zum einen kann Industrie 4.0 die Lebensmittelqualität verbessern. Die Haltbarkeitsdauer ist ein essenzielles Thema für Lebensmittelhersteller. Für Anbieter, die beispielsweise Frischfleischprodukte noch am Herstellungstag verschiffen, ist es wichtig, dass sie eine Überproduktion möglichst vermeiden. Die digitalen Informationen, die auf den gesamten Vertriebs- und Logistikketten gesammelt werden, verbessern die Koordinierung der sich täglich ändernden Angebots- und Nachfragesituation. Auf diese Weise können eine mögliche Überproduktion oder Überbestellung eher erkannt und damit vermieden werden. Die elektronische Rückverfolgbarkeit erlaubt es Herstellern außerdem, die Ware von der Lieferung bis ins Supermarktregal zu verfolgen. Durch die Vernetzung der Technik mit der Produktion und der IT können gemeinsame Systeme und effizientere Nachfrage- und Produktionsplanungen unterstützt werden.

Zum anderen kann mit der Lebensmittelindustrie 4.0 ein Produkt schneller auf den Markt gebracht werden, indem die Lieferkette mit der Produktionsstätte durch Interoperabilität verbunden wird. Die Analyse von Datenmustern kann auch die Kundennachfrage prognostizieren, wodurch Unternehmen ihre Verarbeitungslösungen verfeinern können. Somit ermöglicht die Lebensmittelindustrie 4.0 die hochflexible und komplett automatisierte Verarbeitung, was neue Produktionsvorteile schafft: Zum Beispiel kann ein Gabelstapler ein System automatisch mit Kisten beladen und Roboter nehmen diese Kisten, ordnen sie und stapeln sie auf Paletten. Diese Paletten werden dann in einem bestimmten Bereich aufeinandergestapelt. Sensoren erkennen, wenn der Platz zur Neige geht und nur dann wird das menschliche Eingreifen erforderlich.

Optimierung von Wartungsprogrammen und Präventionsmaßnahmen

Im Ergebnis hat man weniger Personalkosten und menschliche Fehler werden vermieden. Die Digitalisierung erlaubt auch die Optimierung von präventiven Wartungsprogrammen, sodass teure Maschinenausfälle ausgeschlossen werden. Ein gutes Beispiel hierfür sind industrielle Backöfen, die sehr knappe Lieferpläne für Frischbackprodukte haben. Der Ausfall eines Ofens während der Spitzenproduktion kann desaströse Folgen für die Kundenbeziehungen nach sich ziehen. Prädiktive Präventionsmaßnahmen, die durch sensorbasierte Datenanalysen vorgenommen werden können, sind für das kommerzielle Risikomanagement deshalb unabdingbar.

Miteinander vernetzte und kommunizierende Produktionsmaschinen reduzieren Verluste. Sie ermöglichen eine flexiblere Verarbeitung mit kürzeren Swap-Over-Zeiten, sorgen für mehr Transparenz bei der Energie- und Maschinenauslastung und verbessern die Gesamtanlageneffizienz und andere wichtige Leistungsfaktoren. Ein globaler Süßwarenhersteller hat die Vorteile der additiven Fertigung - 3D-Druck, eine Kerntechnologie der digitalen Fabrik - genutzt, indem er sie als Teil seines neuen Produktentwicklungsprozesses einsetzt. Das Unternehmen konnte innerhalb von wenigen Tagen seine Ideen in 3D-Modelle und dann in essbare Prototypen umwandeln. Die Neugestaltung des neuen Produktentwicklungsprozesses hat es ihm ermöglicht, Prototypen schneller und kostengünstiger als seine Konkurrenten herzustellen, wodurch es in seiner Branche eine Führungsposition eingenommen hat.

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