Die Herstellung von Schoko‑Weihnachtsmännern in Deutschland ist im Vorjahresvergleich um gut elf Prozent gesunken. Nach einer aktuellen Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) produzierten die Mitgliedsunternehmen für die Weihnachtssaison 2025 etwa 146 Millionen Schokoladen‑Nikolaus‑ und Weihnachtsmann‑Figuren. Im Jahr 2024 waren es noch rund 164 Millionen.
Kostenbelastungen und Standortfaktoren dämpfen Produktion
Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI, erklärt, dass strukturelle Belastungen der Industrie die Produktion von Schoko‑Weihnachtsmännern erschweren. Die Branche sieht sich mit hohen Kosten für Rohstoffe wie Kakao und Nüsse konfrontiert sowie mit steigenden Ausgaben für Personal, Energie und administrative Auflagen. Hinzu komme eine spürbare Konsumzurückhaltung auf Verbraucherebene, die die Nachfrage im Inland dämpfe.
Inlandsmarkt und Exportentwicklung im Vergleich
Von den produzierten Schoko‑Weihnachtsmännern blieben rund 56 Prozent im Inland. Etwa 82 Millionen Figuren wurden an den deutschen Lebensmitteleinzelhandel, Kaufhäuser und Fachhandel ausgeliefert. Der Exportanteil lag bei rund 44 Prozent oder etwa 64 Millionen Stück und zeigte im Jahresvergleich eine leichte Zunahme von 1,4 Prozent. Die Ausfuhren gingen nicht nur in europäische Nachbarstaaten, sondern auch in entferntere Märkte wie die USA, Großbritannien, Neuseeland und Australien.
Rohstoffpreise und Preisbildung im Schokoladenmarkt
Die Preisentwicklung im Schokoladensegment bleibt vielschichtig. Trotz jüngster Rückgänge an den internationalen Rohstoffbörsen liegen die Kakaopreise weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Ein kurzfristiger Preisrückgang für Schokoladenwaren wie Schoko‑Weihnachtsmännern ist daher nicht zu erwarten. Marktmechanismen, Lieferkettenstrukturen und Einkaufspraktiken beeinflussen die Kosten langfristig.
Ein wesentlicher Faktor ist das sogenannte Forward‑Selling‑System in den Anbauländern Côte d’Ivoire und Ghana: Dort werden Kakaobohnen rund zwölf Monate im Voraus verkauft. Das bedeutet, dass Produzentenpreise der Süßwarenindustrie den aktuellen Börsenkursen zeitlich hinterherhinken. Preisänderungen an den Rohstoffmärkten schlagen daher erst mit Verzögerung auf die Endprodukte durch.
Preisbildung und Einflussfaktoren
Der BDSI weist darauf hin, dass die Endverbraucherpreise für Lebensmittel wie Schokolade letztlich durch den Lebensmitteleinzelhandel festgelegt werden. Hersteller haben auf diese Preisbildung keinen direkten Einfluss. Veränderungen bei Rohstoffpreisen wirken sich durch komplexe Lieferketten erst Wochen oder Monate später im Handel aus.