Die Lebensmittelindustrie in Deutschland hat im März 2026 ihre positive Entwicklung fortgesetzt. Nach aktuellen Zahlen des BVE-Konjunkturreports stiegen die preisbereinigten Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,6 Prozent. Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft entwickelten sich positiv. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Daten zu Rohstoffmärkten, Energiepreisen und Konsumklima, dass die Unternehmen weiterhin in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld agieren.
Lebensmittelindustrie verzeichnet Umsatzwachstum im In- und Ausland
Im März 2026 erzielte die deutsche Lebensmittelindustrie einen nominalen Gesamtumsatz von 20,7 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einem Anstieg von drei Prozent. Das Inlandsgeschäft entwickelte sich dabei besonders positiv. Die Umsätze stiegen auf 13 Milliarden Euro und lagen damit vier Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Ausland erwirtschafteten die Unternehmen 7,7 Milliarden Euro, was einem Plus von 1,3 Prozent entspricht. Preisbereinigt fiel das Wachstum noch deutlicher aus. Der reale Umsatz der Lebensmittelindustrie legte insgesamt um 5,6 Prozent zu. Im Ausland betrug das Plus 5,9 Prozent, während der Inlandsumsatz gegenüber dem Vormonat um 5,4 Prozent stieg.
Produktionsmenge trotz sinkender Verkaufspreise erhöht
Die Entwicklung der Produktionszahlen bestätigt die positive Marktentwicklung. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent. Gleichzeitig gingen die Verkaufspreise zurück. Die Ausfuhrpreise lagen um 4,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Inland sanken die Verkaufspreise um 1,3 Prozent. Die Kombination aus steigenden Produktionsmengen und rückläufigen Preisen deutet auf eine stabile Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten hin.
Rohstoffmärkte bleiben wichtiger Faktor für die Lebensmittelindustrie
Der FAO Food Price Index stieg im Mai leicht auf 130,8 Punkte und lag damit 0,1 Prozent über dem Vormonat. Besonders deutlich erhöhten sich die Preise für Zucker mit 5,9 Prozent sowie für Getreide mit 2,7 Prozent. Die Preise für pflanzliche Öle gingen dagegen um 4,6 Prozent zurück, während Milchprodukte um 0,4 Prozent günstiger wurden. Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte lagen im März 2,1 Prozent über dem Vormonat, gleichzeitig jedoch 8,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Während Gurken deutlich teurer wurden, verzeichneten Speisekartoffeln erhebliche Preisrückgänge. Bei Produkten tierischer Herkunft entwickelten sich die Preise ebenfalls unterschiedlich. Besonders Rinder verteuerten sich im Jahresvergleich um 13,3 Prozent.
Geschäftsklima in der Lebensmittelindustrie verbessert sich leicht
Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die Lebensmittelindustrie zeigte im Mai eine leichte Verbesserung. Der Saldo stieg um 2,5 Punkte auf 92,2 Punkte. Trotz dieser Entwicklung liegt der Wert weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten. Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich auf 92,7 Punkte. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate entwickelten sich dagegen etwas schwächer. Nur 14,7 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, während 25,2 Prozent eine Verschlechterung erwarten.
Konsumklima bleibt Herausforderung
Die Verbraucherstimmung in Deutschland bleibt weiterhin verhalten. Das GfK-Konsumklima sank im Mai von minus 28,1 auf minus 33,1 Punkte. Für Juni wird jedoch eine leichte Erholung auf minus 29,8 Punkte prognostiziert. Die Verbraucherpreise stiegen im April gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 0,4 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise 1,5 Prozent über dem Vorjahresniveau, während die allgemeine Inflation 2,9 Prozent erreichte. Trotz anhaltender Unsicherheiten bei Konsumklima, Energiepreisen und internationalen Märkten zeigt sich die Lebensmittelindustrie damit weiterhin robust. Steigende Produktionsmengen und wachsende Umsätze im In- und Ausland unterstreichen die stabile Entwicklung der Branche im ersten Quartal 2026.