Regionale Brauereien investieren trotz rückläufigem Gesamtbiermarkt
Bierabsatz 2025 fällt unter acht Milliarden Liter
Dienstag, 03. Februar 2026
| Redaktion
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Trotz rückläufigem Gesamtbiermarkt investieren regionale Brauereien in Anlagen und Betriebe, Vor allem für alkoholfreie Biere und alkoholfreie Erfrischungsgetränke
Trotz rückläufigem Gesamtbiermarkt investieren regionale Brauereien in Anlagen und Betriebe, Vor allem für alkoholfreie Biere und alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Bild: LMV-online.de / Susanne Woggon

Der Bierabsatz in Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) setzten Brauereien und Bierlager rund 7,8 Milliarden Liter ab. Dies entspricht einem Minus von sechs Prozent oder 497,1 Millionen Litern gegenüber dem Vorjahr. Damit wurde erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 1993 die Marke von acht Milliarden Litern unterschritten. Alkoholfreie Biere, Malztrunk sowie importiertes Bier aus Nicht-EU-Staaten sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Bierabsatz 2025 spiegelt langfristigen Abwärtstrend

Neben den saisonüblichen Schwankungen bestätigte sich auch im Jahr 2025 der seit Jahren rückläufige Trend beim Bierabsatz. Im Vergleich zum Jahr 2015 wurden insgesamt 18,9 Prozent weniger Bier abgesetzt, ein Rückgang um 1,8 Milliarden Liter. Die Entwicklung betrifft sowohl den Inlands- als auch den Exportmarkt.

Der Inlandsabsatz machte 82,5 Prozent des gesamten Bierabsatzes 2025 aus und belief sich auf rund 6,4 Milliarden Liter. Das entspricht einem Rückgang von 5,8 Prozent zum Vorjahr. Die restlichen 17,5 Prozent wurden steuerfrei exportiert oder als sogenannter Haustrunk ausgegeben, zusammen rund 1,4 Milliarden Liter. Auch hier zeigt sich eine rückläufige Entwicklung mit einem Minus von sieben Prozent.

Im Detail:

  • Export in EU-Staaten: 798,5 Millionen Liter (-1,3 Prozent)
  • Export in Nicht-EU-Staaten: 552,8 Millionen Liter (-14,2 Prozent)
  • Haustrunk: zehn Millionen Liter (-7,2 Prozent)

Absatz von Biermischgetränken ebenfalls rückläufig

Auch Biermischungen, eine Kombinationen aus Bier mit Limonade, Cola, Fruchtsäften oder anderen alkoholfreien Zutaten, verzeichneten 2025 ein Minus. Mit einem Rückgang von 5,2 Prozent gegenüber 2024 lag der Absatz bei 402 Millionen Litern, was einem Anteil von 5,2 Prozent am gesamten Bierabsatz entspricht.

Regionale Brauereien investieren trotz Marktrückgang

Trotz des Rückgangs im Bierabsatz 2025 investieren viele mittelständische Privatbrauereien weiterhin in ihre Zukunft. Laut einer Umfrage des Verbands Private Brauereien planen rund 80 Prozent der Mitgliedsunternehmen neue Investitionen in Betrieb und Technik für das Jahr 2026. Der Fokus liegt auf Sortimentsdiversifizierung, Markenausbau und moderner Produktionstechnik. Martin Schimpf, Präsident des Verbandes Private Brauereien Deutschland, betont: „Der deutsche Biermarkt ist im Wandel, aber gerade die regionalen Privatbrauereien beweisen in schwieriger Zeit, dass sie nah an ihren Kunden und deren Wünschen sind. Unsere Mitgliedsbrauereien denken in Generationen und investieren auch in Zukunft in moderne Technik, in ihre Marken und in ein immer vielfältigeres Sortiment.“

Alkoholfreies Bier und Erfrischungsgetränke mit Wachstumspotenzial

Zuwächse verzeichnen alkoholfreie Produkte. Viele Brauereien erweitern ihr Angebot um alkoholfreie Biere, Limonaden und Biermischgetränke. Diese Segmente entwickeln sich entgegen dem Branchentrend positiv und helfen, rückläufige Zahlen im klassischen Biermarkt zu kompensieren. Georg Rittmayer, Präsident des Verbands Private Brauereien Bayern, erklärt: „Vor allem alkoholfreie Biere und alkoholfreie Erfrischungsgetränke verzeichnen ein deutliches Wachstum und kompensieren Absatzverluste im alkoholhaltigen Biersegment, was bei unseren Mitgliedsbetrieben zum Teil dazu führt, dass sie sogar entgegen dem allgemeinen Branchentrend wachsen.“

Bierabsatz 2025: Zuversicht trotz struktureller Herausforderungen

Trotz des historischen Absatzrückgangs 2025 blicken viele Akteure der Branche mit Zuversicht in die Zukunft. Insbesondere regional verankerte Familienbrauereien setzen auf Innovation, Kundennähe und nachhaltige Geschäftsmodelle. Damit leisten sie einen Beitrag zur Erhaltung handwerklicher Braukultur und stärken gleichzeitig die regionale Wirtschaft.

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