Steigende Energiekosten und volatile Strompreise stellen die Lebensmittelindustrie vor große Herausforderungen. Produktionsprozesse, Kühlhäuser und wechselnde Lastgänge führen regelmäßig zu Lastspitzen, mit direkten Auswirkungen auf Netzentgelte und Stromkosten. Eine intelligente Speicherlösung des Berliner Unternehmens Fion Energy zeigt, wie sich diese Kosten deutlich senken lassen. Kern der Lösung ist eine selbstentwickelte KI-Steuerung für Batteriespeicher. Sie analysiert Verbrauchsmuster, Tarife und aktuelle Marktpreise und optimiert automatisch den Strombezug sowie das Lastprofil. Besonders für Unternehmen der Lebensmittelindustrie ist dies attraktiv, da Produktions- und Kühlprozesse häufig schwankende Lastverläufe verursachen. Fion hat in diesem Umfeld bereits mehrere Projekte erfolgreich umgesetzt.
Bernard Matthews setzt auf Batteriespeicher für Produktions- und Kühlprozesse
Typische Abläufe wie Erhitzen, Reinigen, Abfüllen oder Verpacken erzeugen kurzfristig hohe Leistungsspitzen. Auch das gleichzeitige Anlaufen von Kühlaggregaten kann zusätzliche Lastspitzen verursachen. Diese schlagen sich unmittelbar in höheren Netzentgelten nieder. Ein intelligenter Batteriespeicher kann diese Spitzen abfedern. Der Lebensmittelhersteller Bernard Matthews hat einen Batteriespeicher mit rund 200 Kilowattstunden Speicherkapazität und 200 Kilowatt Leistung installiert. Gesteuert wird dieser über die Fion Energy Optimizer Software.
Dazu beschreibt Frank Niehues, der bei Bernard Matthews in Oldenburg das Energiemanagement verantwortet, man habe bereits in der Vergangenheit probiert, durch atypische Netznutzung und Lastspitzenkappung über ein Lastmanagement die Energiekosten im Griff zu behalten. Gerade in Oldenburg habe das letzte Quäntchen noch gefehlt. Das war auch mit ein Grund, an diesem Standort einen Batteriespeicher zu installieren. Für den Batteriespeicher, der seit Januar im Einsatz ist, rechnet das Unternehmen mit einer Amortisationszeit zwischen drei und vier Jahren.
Mehrfachnutzung der Batteriespeicher erhöht Wirtschaftlichkeit
Die KI-Steuerung kombiniert mehrere Anwendungsfälle: Lastspitzenkappung, Eigenverbrauchsoptimierung und Strommarkt-Arbitrage. Der Speicher wird bei niedrigen Strompreisen geladen und bei hohen Preisen oder hoher Last entladen. Zusätzlich können Preisunterschiede am Strommarkt genutzt werden, um Erlöse zu erzielen, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Durch diese Mehrfachnutzung verkürzt sich die Amortisationszeit der Batteriespeicher auf drei bis vier Jahre. „Durch die intelligente Kombination von Lastspitzenkappung, Arbitrage und Eigenverbrauchsoptimierung wird der Speicher optimal ausgelastet, wirtschaftlich betrieben und nahtlos in bestehende industrielle Energiesystem integriert“, erklärt Johannes Meriläinen, Geschäftsführer von Fion Energy.
Ganzheitliche Umsetzung für die Lebensmittelindustrie
Fion begleitet Unternehmen über alle Projektphasen hinweg. In einem aktuellen Fall wurden an zehn Standorten deutschlandweit Batteriespeicher simuliert und potenzielle Einsparungen berechnet. Die Priorisierung erfolgte anhand von Investitionsvolumen und Amortisationszeiten. Nach technischer Analyse übernahm Fion die vollständige Projektleitung, von der Technik über regulatorische Anforderungen bis zum Betrieb der Anlagen. Seit der Inbetriebnahme verantwortet das Unternehmen die intelligente Steuerung, Wartung sowie ein 24/7-Monitoring. Ein Echtzeit-Reporting sorgt für transparente Übersicht über Einsparungen und Erlöse.
„Unsere erfolgreichen Projekte zeigen, wie die Lebensmittelindustrie die Schwankungen am Energiemarkt profitabel nutzen können“, so Johannes Meriläinen. „Wir freuen uns, dass wir damit auch dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit von deutschen Unternehmen zu optimieren. Denn gerade das Thema Energiekosten ist für viele ein Wettbewerbsnachteil. Das wollen wir ändern.“