Messdaten weltweit abrufen: Jumo launcht DSGVO-konforme SaaS-Cloud

IoT-Plattform zur Prozessvisualisierung, Datenerfassung, -auswertung sowie -archivierung

Muster-Applikation einer Windfarm

Das weltweite Datenaufkommen steigt kontinuierlich und bringt traditionelle Speichermedien an die Grenzen ihrer Kapazität. Eine Lösung ist die Cloud. Im Jahr werden weltweit voraussichtlich erstmals mehr Daten in Clouds als lokal gespeichert. Der globale Umsatz mit Cloud Computing hat sich in den letzten zehn Jahren deshalb mehr als verfünffacht und liegt aktuell bei über 200 Milliarden Euro. Nach Angaben der Studie „Cloud Monitor 2020“ des Verbandes Bitkom nutzen in Deutschland bereits drei Viertel aller Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern Cloud-Lösungen. Was ist die Ursache dieses enormen Datenwachstums? Wesentlicher Treiber der Entwicklung ist die Digitalisierung. So produziert ein selbstfahrender PKW geschätzte drei Terrabyte Daten pro Stunde. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Experten davon ausgehen, dass sich die weltweit produzierte Datenmenge allein in den nächsten fünf Jahren mehr als verdreifachen wird - auf 175 Zettabytes (175 mit 21 Nullen). Wollte man diese Datenmenge auf DVDs abspeichern, würde der entstehende Stapel von der Erde bis zum Mond reichen.

Ein weiterer Treiber der Cloud-Entwicklung ist die Digitalisierung der Industrie. Immer mehr Prozesse werden automatisch überwacht und geregelt, die Messdaten werden gesammelt und analysiert. Hier kommt Jumo ins Spiel. Das Unternehmen entwickelt sich bereits seit Jahren zu einem Anbieter von branchenspezifischen Komplettlösungen und produziert auch die benötigte Hardware. Das beginnt mit Sensoren für verschiedene physikalische Größen und führt über Regler und Bildschirmschreiber bis hin zu leistungsfähigen Automatisierungssystemen.

Digitalisierung vorantreiben

Die Cloud ist der nächste logische Schritt in dieser Entwicklung. Jumo gehört damit zwar nicht zu den Vorreitern dieser Technologie, hat sich aber bewusst die nötige Zeit genommen, um ein ausgereiftes, kundenfreundliches Produkt vorzustellen. Grundsätzlich müssen bei Cloud-Lösungen 3 Möglichkeiten unterschieden werden. Anbieter von „Infrastructure as a Service“ (IaaS) stellen Datenspeicher und Rechenleistung auf ihren eigenen Servern parat. Bei „Platform as a Service“ (PaaS) können Unternehmen vordefinierte Plattformen zur Softwareentwicklung mieten. Die Jumo Cloud gehört zur dritten Kategorie und bietet „Software as a Service“ (SaaS). Dabei handelt es sich um eine cloudbasierte Anwendungssoftware mit einer vordefinierten Benutzeroberfläche.

Die Jumo Cloud ist eine IoT-Plattform zur Prozessvisualisierung, Datenerfassung, -auswertung sowie -archivierung und ermöglicht den weltweiten Zugriff auf Messdaten. Sie unterstützt alle gängigen Browser und zeichnet sich durch hohe Sicherheit sowie wertvolle Visualisierungs- und Alarmfunktionen (z.B. per SMS, Mail oder Sprachanruf) aus. Kunden können mithilfe der Jumo Cloud mehrere verteilte Anlagen, Prozesse oder Standorte in einem Dashboard überwachen und so die Prozesssicherheit erhöhen. Da Jumo die Datenspeicherung mit einer redundanten Infrastruktur übernimmt, ergibt sich für Anwender eine signifikante Zeitersparnis. Das Rechenzentrum, in dem die Daten gespeichert werden, ist nach aktuellen Sicherheitsstandards zertifiziert (ISO/IEC 27001), DSGVO-konform und befindet sich in Deutschland. Durch professionelle Report- und Exportfunktionen kann auch der Aufwand für nachweispflichtige Datenerfassungen deutlich reduziert werden.

Jumo geht noch einen Schritt weiter und präsentiert zeitgleich die neue Jumo Smart-Ware Scada. Diese Softwarelösung ist in der Automatisierungspyramide auf der Leitebene angesiedelt. Eine Scada-Lösung gibt es zwar bereits seit einigen Jahren im Jumo-Portfolio, im Zuge der Cloud-Entwicklung wurde diese aber gegen ein komplett neues, modernes System ausgetauscht, das auf der Technik der Jumo Cloud basiert. Die neue Scada-Software ermöglicht komfortablen Zugriff auf Messdaten über gängige Webbrowser und bietet Funktionen zur Prozessvisualisierung sowie zur Auswertung und Archivierung der erfassten Daten. Die Visualisierung erfolgt über einen Editors mit einem integrierten Animations- und Test-Tool sowie vektorbasierten, selbstskalierenden Prozessbildern. Jumo Smart-Ware Scada ist somit eine hochskalierbare und leistungsstarke Digitalisierungsplattform, die Herstellungs- und Arbeitsprozesse mit effizienten Visualisierungs-, Alarm- und Planungsfunktionen unterstützt. Dank einer modernen Web-Oberfläche ist ein Client-Zugriff ohne Installation möglich. Als mandantenfähiges System verfügt die Software darüber hinaus über individuell einstellbare Nutzerrechte. Die Sicherheit ist durch eine durchgängige Verschlüsselung mit möglicher Zwei-Faktor-Authentifizierung gewährleistet.

Flexible Preisgestaltung

Bei den Kosten für eine Jumo Cloud kann der Kunde zwischen einer Flatrate und einem Pay-per-Use-Modell entscheiden. Der Cloud-Speicher kann hierbei flexibel erweitert und an die jeweiligen Kundenanforderungen angepasst werden. Besonders grosser Wert wird auf eine extrem kompakte Speicherung der Rohdaten gelegt. Bei der Jumo Smart-Ware Scada sind variable und kundenindividuelle Preisgestaltungen möglich. Welcher Funktionsumfang ist in der Jumo Cloud realisierbar? Die Möglichkeiten sind genauso vielfaltig wie das Jumo-Portfolio und reichen von einfachen Alarmmeldungen über ein Condition- Monitoring bis hin zur kompletten Anlagensteuerung. Die Cloud ist dabei optimal auf die neue Hard- und Softwareplattform Jumo Jupiter zugeschnitten, die zugleich das Kernstuck des Automatisierungssystems Jumo Varitron ist.

Die Realisierung von branchen- und projektspezifischen Cloud- und Scada-Applikationen, sowie grundlegende Machbarkeitsanalysen über die Durchführung von Workshops sowie die Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften bis hin zur Konfiguration, Programmierung und Überprüfung von Automatisierungslösungen, werden von Jumo angeboten. Zusätzlich zur Inbetriebnahme und der Projektdokumentation können auch individuelle Schulungen durchgeführt werden. Aktuell sind erste Projekte für Kunden aus dem Kraftwerksbereich oder der Thermoprozesstechnik in Prüfung. Auch Hersteller von Aquakulturanlagen und von Kühltechnik haben bereits Interesse signalisiert.

Autor:
Nico Müller, Produktmanager bei Jumo
 

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