Vier KHS-Komplettlinien für Abfüllung und Verpackung im Einsatz
Greenfield-Projekt: Carlsberg investiert in China 191 Millionen Euro in neue Brauerei
Donnerstag, 12. Dezember 2024
| Redaktion
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KHS hat die beiden Mehrweg-Glaslinien für Carlsberg unter anderem mit der Doppelend-Flaschenreinigungsmaschine „Innoclean DM“ ausgestattet
KHS hat die beiden Mehrweg-Glaslinien für Carlsberg unter anderem mit der Doppelend-Flaschenreinigungsmaschine „Innoclean DM“ ausgestattet, Bild: KHS

Carlsberg und KHS arbeiten in Asien schon lange partnerschaftlich zusammen. KHS Global Key Account Manager Norman Gras blickt auf die enge und äußerst produktive Zusammenarbeit zurück: „In den letzten zehn Jahren haben wir speziell in China viele Projekte gemeinsam gestemmt.“ Zuletzt realisierte KHS 2021 in Dali und Yibin zwei Dosenlinien mit einer Leistung von jeweils bis zu 90.000 Behältern pro Stunde. Installiert und in Betrieb genommen wurden die Anlagen noch unter den erschwerten Bedingungen der Coronapandemie. Umso stolzer ist Gras, dass die Arbeiten äußerst effizient und mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen wurden: „Noch vor dem vereinbarten Termin haben wir bei der Abnahme einen Linienwirkungsgrad von 99 bzw. 100 Prozent erreicht“.

Das jüngste gemeinsame Projekt ist zugleich eines der bisher größten: In der südchinesischen Metropole Foshan baut Carlsberg seit 2022 ein Greenfield-Projekt mit einer Kapazität von fünf Millionen Hektolitern, das in drei Bauabschnitten auf 14 Millionen Hektoliter ausgebaut werden soll. Auf einem 16 Hektar großen Gelände entstehen neue Gebäude mit einer Gesamtfläche von rund 80.000 Quadratmetern. In dieser ersten Phase investierte der Konzern bisher 191 Millionen Euro in seine mittlerweile 27. Brauerei in der Volksrepublik.

Carlsberg strebt als Nachhaltigkeitsziel null Emissionen bis 2040 an

Hinsichtlich moderner, smarter und grüner Produktion ist das neue Werk ein Flaggschiff: „Die gesamte Planung und Umsetzung orientiert sich an unserem umfassenden ESG-Plan ‚Together Towards Zero and Beyond‘“, betont Kime. Damit will Carlsberg China bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen erreichen. „Neben innovativer Technologie haben wir unser Augenmerk deshalb vor allem auf Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit gerichtet. Dazu zählt etwa unser Konzept der ‚Schwammbrauerei‘: Damit fangen und bereiten wir den in dieser Region sehr reichlich vorkommenden Regen auf, um Wasserressourcen zu schonen und die Abwassermenge zu minimieren.“ Hinzu kommt die Verwendung recycelbarer und energieeffizienter Baumaterialen. Sie entspricht den nationalen Drei-Sterne-Regelungen für besonders ökologisches Bauen. 

Darüber hinaus deckt der neue Standort bis zu 30 Prozent seines Strombedarfs durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Fabrik. Mit Hilfe eines intelligenten Monitoring- und Managementsystems überwacht und steuert die Brauerei ihren gesamten Energieverbrauch. So senkt das Unternehmen sowohl den Verbrauch als auch die damit verbundene Umweltbelastung.

Zukunftsweisende KHS-Technologie

Kime setzt einmal mehr auf KHS als Technologiepartner: „Die hohe Qualität der Maschinen und Anlagen sowie die effiziente Projektsteuerung sind für uns in den letzten Jahren zu einem wichtigen Entscheidungskriterium geworden.“ Kein Wunder also, dass der Dortmunder Systemanbieter die gesamte Abfüll- und Verpackungstechnik für die neue Brauerei liefert. Diese umfasst insgesamt vier komplette Linien.

Eine Keg-Linie befüllt pro Stunde bis zu 90 20- bis 30-Liter-Fässer mit Bier. Diese sind vor allem für den Export in die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau sowie nach Südchina bestimmt. Denn hier gibt es besonders viele Gastronomiebetriebe und Bars. Neben dem „Innokeg CombiKeg“ für die Außen- und Innenreinigung sowie die Fassabfüllung umfasst die neue Anlage auch moderne KHS-Palettiertechnik. Zusätzlich zur reinen Be- und Entladung führt der Knickarmroboter „Innopal RK“ Leergut zu einem Kappenabzieher oder Vollgut zu einem Kappenaufsetzer für die Verschlüsse. An weiteren Anfahrpunkten des Roboters werden die Kappen mit Produktdatenetiketten versehen und das Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Keg-Schulter gedruckt.

Zwei Mehrweg-Glaslinien für bis zu 48.000 Flaschen pro Stunde

Zwei Mehrweg-Glaslinien erreichen eine Leistung von jeweils bis zu 48.000 Flaschen pro Stunde. Eine davon ist als Kombilinie ausgelegt, die zusätzlich Einwegflaschen in insgesamt 13 verschiedenen Formaten verarbeitet. Dazu ist sie neben der leistungsstarken Doppelend-Flaschenreinigungsmaschine „Innoclean DM“ mit einem Rinser-Füller-Verschließer-Block ausgestattet. Im Gegensatz zu gebrauchtem Mehrwegleergut werden die neuen Glasflaschen an der Reinigungsmaschine vorbeigeführt und erst im Rinser kurz mit Sterilluft ausgeblasen. Das verbraucht deutlich weniger Wasser und trägt so zur Nachhaltigkeitsstrategie von Carlsberg bei.  

Im Mittelpunkt des Blocks steht der KHS-Füller „Innofill Glass DRS ECO", der hinsichtlich geringster Sauerstoffaufnahme bei gleichzeitig niedrigem CO2-Verbrauch Maßstäbe setzt. Darüber hinaus sorgen vollautomatische Sondenverstellung, CIP-Kappen und Klemmgreifer für minimale Rüstzeiten. Mit Ring-Pull-Deckel oder Kronenkorken verschlossen, werden die Behälter aus dem Block dem „Innopack PPZ", einem Verpackungs-Allrounder im Hochleistungsbereich, zugeführt. Die für die Formatumstellung benötigten Wechselteile werden vollautomatisch aus Magazinen entnommen und ohne Bedienereingriff gewechselt. Auch dieser Baustein sorgt für kürzeste Rüstzeiten ohne Personalbindung.

Die KHS-Dosenlinie ist wie die 2021 in Dali und Yibin installierten Anlagen für bis zu 90.000 Behälter pro Stunde ausgelegt. Der Füller, ein „Innofill Can DVD“, zeichnet sich neben Hygiene und Flexibilität vor allem durch eine hocheffiziente Sauerstoffüberwachung aus. Diese ist der Schlüssel für eine hohe Bierqualität. Verantwortlich dafür ist das patentierte CO2-Spülverfahren. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren reduziert es den Sauerstoffeintrag in die Getränkedose um bis zu 90 Prozent. Gleichzeitig benötigt das Verfahren deutlich weniger Kohlendioxid. 

Benchmark für die gesamte Carlsberg-Brauereigruppe

Bei der praktischen Umsetzung der Anlagen war Kime vor allem von der Schnelligkeit der Inbetriebnahme begeistert. So etwa am Beispiel der Dosenlinie: „Innerhalb von nur acht Tagen reiner Arbeitszeit haben wir die Anlage auf eine Leistung von 98,5 Prozent gebracht. Das bedeutet, dass sie innerhalb einer 8-Stunden-Schicht nur für ein paar Minuten steht. Das hat es in der gesamten Carlsberg-Gruppe so noch nicht gegeben.“ Für ihn ist dieser Erfolg ein Resultat der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Dem pflichtet auch Gras bei: „Über die Jahre sind wir in puncto Qualität und Professionalität immer weitergewachsen und haben hinsichtlich Kommunikation und Arbeitsweise neue Standards gesetzt.“ 

Leistungsfähiges KHS-Team vor Ort 

Das gilt auch für die lokalen KHS-Kräfte, die die Installationen längst in Eigenregie übernehmen, wie Gras betont. Und Kime ergänzt: „Die sprichwörtlich hohe chinesische Arbeitsmoral erfasst das ganze Team und schweißt uns alle zusammen.“ Damit rückten selbst anspruchsvollste Ziele in Reichweite, findet der Manager.

Kaufkräftige Zielgruppe in Südchina

Der neue Standort im Delta des Perlflusses soll die wirtschaftlich am weitesten entwickelte Provinz Guangdong sowie die gesamte Region Südchina mit Bier versorgen. Dort leben rund 150 Millionen Menschen, größtenteils jung und vergleichsweise kaufkräftig. Das Sortiment umfasst neben sechs internationalen Premiumprodukten wie Carlsberg, Tuborg oder Grimbergen auch sechs starke einheimische Marken, darunter Wusu, Chongqing und Xixia.

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