Süßwarenhersteller leiden unter hohen Rohstoffkosten

Forderung an Politik: Abschaffung der Zuckerquote bis 2015

Zucker

Die deutschen Süßwarenhersteller leiden weiterhin unter einen anhaltenden Ertragsdruck, bedingt durch  gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten. Dieses zentrale Ergebnis zeigt die Frühjahrsumfrage des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) unter seinen Mitgliedern zur Konjunkturentwicklung im ersten Tertial 2013. Die Umsätzen zeigen zwar ein leicht positives Bild.

Eine Vielzahl der Unternehmen meldete konstante oder höhere Umsätze, was die Branche verhalten optimistisch stimmt. Ein Teil dieser Umsatzsteigerungen resultiert aber auf der Weitergabe der teureren Rohstoffpreise an den Handel. So zogen die Preise für Butter, Vollmilch- und Magermilchpulver stark an, die Preise für die Rohstoffe Zucker, Glukose und Mehl bewegten sich weiter auf hohem Niveau.

Politik soll wettbewerbsorientierten Zuckermarkt gestalten
"Das harte Wettbewerbsumfeld in Deutschland sorgt dafür, dass der Kostenzuwachs nicht in vollem Umfang beim Verbraucher ankommt. Im europäischen Vergleich kann man Süßwaren hierzulande nach wie vor am günstigsten einkaufen. Für die deutschen Süßwarenhersteller bedeutet dies allerdings, dass sie die steigenden Kosten auffangen müssen oder auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sind", so Dr. Dietmar Kendziur, Vorsitzender des BDSI. "Vor allem die Schere zwischen den immer weiter auseinander klaffenden Preisen zwischen Weltmarkt- und EU-Preis beim wichtigen Rohstoff Zucker stellt für unsere Branche ein erhebliches Problem dar. Hier ist die Politik gefordert, im Rahmen der nun anstehenden Trilog-Verhandlungen zur Reform der Agrarpolitik schnellstmöglich den Übergang zu einem wettbewerbsorientierten Zuckermarkt zu gestalten."

Hintergrund
Derzeit beraten Vertreter des Europäischen Parlamentes, der Europäischen Kommission und des EU-Ministerrates über die Ausgestaltung der künftigen Gemeinsame Agrarpolitik. Laut Vorschlag der Europäischen Kommission soll das Zuckerquotensystem ab 2015 abgeschafft werden. Der EU-Ministerrat strebt den Schritt ab 2017 an und das Europäische Parlament möchte das Zuckerquotensystem bis 2020 verlängern. Die Trilogverhandlungen dauern noch bis zum 20. Juni 2013 an.