Nestlé hat im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld ein solides organisches Wachstum erzielt und treibt zugleich die strategische Transformation des Konzerns voran. Der publizierte Umsatz belief sich auf 89,5 Milliarden Schweizer Franken. Nominal ist das ein Rückgang in Höhe von rund zwei Prozent. Dem gegenüber erreichte das organische Wachstum 3,5 Prozent, getragen von gezielten Preisanpassungen und einem positiven internen Realwachstum. Das operative Ergebnis von Nestlé lag bei 12,7 Milliarden Schweizer Franken, was einem Minus von 13,4 Prozent entspricht. Der Reingewinn sank um 17 Prozent auf neun Milliarden Schweizer Franken.
Nestlé wächst organisch trotz schwierigem Konsumumfeld
Preisanpassungen trugen 2,8 Prozentpunkte zum Wachstum bei, insbesondere in den Kategorien Kaffee und Süßwaren, um gestiegene Rohstoffkosten für Kaffee und Kakao auszugleichen. Das interne Realwachstum lag bei 0,8 Prozent. Im Jahresverlauf gewann die Dynamik deutlich an Fahrt: Während im ersten Halbjahr 0,2 Prozent erzielt wurden, stieg das interne Realwachstum im zweiten Halbjahr auf 1,4 Prozent.
Währungsentwicklungen wirkten sich mit minus 5,7 Prozent negativ aus, da der Schweizer Franken deutlich aufwertete. Dennoch verbesserte Nestlé die Marktanteilsentwicklung spürbar. Der Wertabstand zum Markt verringerte sich um 60 Prozent, das Volumen entwickelte sich stabil. Die umsatzstarken Kernmarken erzielten die beste Marktanteilsentwicklung seit über zehn Jahren.
Nestlé-CEO: Umsetzung der Strategie wird beschleunigt
Philipp Navratil, CEO von Nestlé, bewertet das Geschäftsjahr 2025 trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen positiv: „Unsere Leistung im Jahr 2025 stimmt mich zuversichtlich, denn sie veranschaulicht die Wirkung unserer gezielten Maßnahmen in einem schwierigen externen Umfeld.“ Besonders hebt er die Entwicklung des internen Realwachstums hervor: „Das interne Realwachstum war in allen Zonen und globalen Geschäftsbereichen positiv.“ Mit Blick auf die strategische Neuausrichtung betont Navratil: „Wir beschleunigen die Umsetzung unserer Strategie. Wir konzentrieren unser Portfolio auf vier Geschäftsbereiche mit unseren stärksten Marken, priorisierten Ressourcen und einer vereinfachten Organisationsstruktur.“
Wachstumstreiber Kaffee, Süßwaren und Tiernahrung
Den größten Beitrag zum organischen Wachstum leisteten Kaffee und Süßwaren. In beiden Segmenten setzte Nestlé auf eine differenzierte Preisstrategie, um Kostensteigerungen zu kompensieren und zugleich die mittelfristige Marktdurchdringung zu sichern. Bei Kaffee blieben die Nachfragerückgänge begrenzt, das Volumen entwickelte sich leicht positiv. Im Süßwarensegment zeigten sich erwartungsgemäß stärkere kurzfristige Elastizitätseffekte. Auch außerhalb dieser Kernkategorien verzeichnete Nestlé in den meisten Bereichen Zuwächse. Besonders positiv entwickelte sich das Geschäft mit Produkten für Heimtiere, das vor allem vom internen Realwachstum getragen wurde.
Regionale Entwicklung der Nestlé-Zonen
In den Industrieländern erzielte Nestlé ein organisches Wachstum von 2,3 Prozent. Dieses setzte sich aus 1,1 Prozent internem Realwachstum und 1,2 Prozent Preisanpassungen zusammen. In den aufstrebenden Märkten lag das organische Wachstum bei 5,4 Prozent, wobei hier Preisanpassungen den Hauptbeitrag leisteten.
Die Zone Nord- und Südamerika erreichte ein organisches Wachstum von 2,8 Prozent. In Nordamerika war das Wachstum vor allem volumengetrieben, begleitet von einer verbesserten Marktposition. In Lateinamerika stützten Preisanpassungen in den Bereichen Kaffee und Süßwaren sowie eine anhaltende Dynamik im Außer-Haus-Geschäft die Entwicklung. Der Umsatz sank währungsbedingt von 36,14 Milliarden auf 34,48 Milliarden Schweizer Franken.
In der Zone Asien, Ozeanien und Afrika betrug das organische Wachstum 3,2 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich Zentral- und Westafrika, Südasien sowie die Philippinen. In Greater China belasteten ein deflationäres Marktumfeld sowie strukturelle Anpassungen das Geschäft. Der Umsatz reduzierte sich von rund 21,18 Milliarden auf 20,55 Milliarden Schweizer Franken.
Europa verzeichnete ein organisches Wachstum von 4,3 Prozent bei einem internen Realwachstum von 0,4 Prozent. Wachstumstreiber waren Kaffee, Süßwaren und Tiernahrung. Trotz intensiven Wettbewerbsumfelds entwickelten sich die Marktanteile in den meisten Kategorien positiv. Der Umsatz stieg von 17,08 Milliarden auf 17,58 Milliarden Schweizer Franken.
Ausblick 2026
Für 2026 erwartet Nestlé eine weitere Verbesserung von Umsatz und Ertragskraft. Trotz geopolitischer Risiken, möglicher Handelsbeschränkungen und Wechselkursschwankungen sieht sich das Unternehmen gut positioniert, um durch eine fokussierte Strategie nachhaltige Leistungssteigerungen zu erzielen.