Gea und CST beschleunigen den Einsatz moderner Dekanterzentrifugen in Zuckerfabriken
Dekanterzentrifugen steigern Effizienz bei der Zuckerschlamm-Entwässerung
Freitag, 17. Juli 2026
| Redaktion
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Dekanterzentrifugen rechts neben einem Drehvakuumfilter. Die Aufnahme verdeutlicht den deutlich geringeren Platzbedarf Dekanter-basierter Lösungen für die Zuckerschlamm-Entwässerung
Dekanterzentrifugen rechts neben einem Drehvakuumfilter. Die Aufnahme verdeutlicht den deutlich geringeren Platzbedarf Dekanter-basierter Lösungen für die Zuckerschlamm-Entwässerung, Bild: Gea / CST

Gea und das indische Engineering-Unternehmen Chemical Systems Technologies (CST) haben eine strategische Partnerschaft vereinbart, um die weltweite Einführung von Dekanterzentrifugen für die Zuckerschlamm-Entwässerung voranzutreiben. Während Gea seine Dekantertechnologie und den internationalen Marktzugang einbringt, ergänzt CST die Zusammenarbeit mit seiner langjährigen Prozessexpertise in der Zuckerindustrie. Ziel ist es, Zuckerproduzenten bei der Modernisierung bestehender Anlagen zu unterstützen und gleichzeitig Ausbeute, Ressourceneffizienz und Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Dekanterzentrifugen reduzieren Produktverluste

Bei der Zuckerproduktion entsteht während der Saftklärung Zuckerschlamm, der anschließend entwässert werden muss. Bislang kommen dafür überwiegend Drehvakuumfilter oder Bandfilterpressen zum Einsatz. Beide Verfahren gelten als etabliert, benötigen jedoch vergleichsweise viel Wasser und Dampf und verursachen Produktverluste. 

Im Gegensatz dazu arbeiten Dekanterzentrifugen als geschlossene, kontinuierliche Prozessstufe. Der konzentrierte Schlamm wird direkt in den Dekanter geleitet, in dem Feststoffe und Zentrat kontinuierlich voneinander getrennt werden. Während das Zentrat wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt wird, werden die entwässerten Feststoffe ausgetragen. „Für viele Zuckerproduzenten reicht es nicht mehr aus, allein die Ausbeute zu steigern. Ressourceneffizienz und Betriebskosten werden ebenso entscheidend. Genau hier setzt die Dekantertechnologie an und erzielt messbare Wirkung“, sagt Martin Neugebauer, Senior Director Business Line Renewables bei Gea.

Höhere Ausbeute durch Dekanterzentrifugen

Nach Angaben von CST sind inzwischen rund 50 Dekanter in indischen Zuckerfabriken mit Verarbeitungskapazitäten zwischen 3.500 und 18.000 Tonnen Zuckerrohr pro Tag installiert. „Auf Basis von rund 50 installierten Dekantern in Zuckerfabriken in Indien haben wir wiederholt gesehen, dass Produzenten beim Wechsel von konventionellen Systemen auf Dekanter deutlich geringere Produktverluste erzielen – mit Reduktionen von bis zu 60 Prozent gegenüber Drehvakuumfiltern und bis zu 25 Prozent gegenüber Bandpressen“, erklärt Anup Keserwani, Director CST.

Referenzinstallationen zeigen einen durchschnittlichen Zuckerverlust im Feststoffaustrag von 0,03 Prozent auf Zuckerrohrbasis gegenüber 0,07 Prozent bei Drehvakuumfiltern. Für eine Zuckerfabrik mit einer Verarbeitungskapazität von 10.000 Tonnen Zuckerrohr pro Tag entspricht dies während einer 150-tägigen Kampagne rund 600 Tonnen zusätzlich rückgewonnenem Zucker.

Ressourceneffizienz verbessert 

Neben einer höheren Ausbeute reduzieren Dekanterzentrifugen auch den Ressourcenverbrauch. Da sie als geschlossene Systeme arbeiten, fällt der Temperaturverlust im Prozess deutlich geringer aus als bei offenen Filtersystemen. Zudem entfällt zusätzliches Waschwasser für die Zucker-Rückgewinnung. Während Drehvakuumfilter etwa sechs Prozent und Bandfilterpressen bis zu acht Prozent Wasser bezogen auf die Zuckerrohrmenge benötigen, arbeiten Dekanterzentrifugen in diesem Prozessschritt ohne zusätzliches Waschwasser. Auch der Dampfverbrauch sinkt entsprechend. Gleichzeitig reduzieren kurze Verweilzeiten und die geschlossene Prozessführung die mikrobielle Belastung und tragen zu einer höheren Produktreinheit bei.

Dekanterzentrifugen vereinfachen Modernisierung und Betrieb

Für Retrofit-Projekte bieten Dekanterzentrifugen weitere Vorteile. Sie benötigen laut Gea rund 50 Prozent weniger Stellfläche als vergleichbare konventionelle Systeme und ermöglichen dadurch kompaktere Anlagenlayouts. Der kontinuierliche Betrieb sorgt auch bei schwankenden Schlammeigenschaften für eine konstante Trennleistung. Automatisierte Abläufe sowie integrierte Cleaning-in-Place-Funktionen reduzieren den manuellen Wartungsaufwand und unterstützen einen hygienischen Anlagenbetrieb.

Die Partnerschaft von Gea und CST soll Zuckerproduzenten einen durchgängigen Weg von der Prozessanalyse über die Umsetzung bis zur Optimierung bestehender Anlagen bieten. Im Fokus stehen insbesondere Retrofit-Projekte in den weltweit wichtigsten Zucker produzierenden Regionen.

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