Marktdynamik im Wandel: Erschwinglicher Genuss im Trend
Mit Automatisierung können Kekshersteller von veränderten Konsumgewohnheiten profitieren
Mittwoch, 02. Juli 2025
| Redaktion
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Um die jetzt entstehende Marktchance nutzen zu können, wird Automatisierung zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Um die jetzt entstehende Marktchance nutzen zu können, wird Automatisierung zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor, Bild: Syntegon

Während Schokolade aufgrund des steigenden Kakaopreises immer teurer wird, suchen preisbewusste Verbraucher nach alternativen Genussmomenten. Für Kekshersteller eröffnet diese Entwicklung neue Marktchancen. Automatisierung hilft, flexible Verpackungslösungen in der Produktion zu etablieren. 

Wer aktuell durch die Süßwarenabteilung eines Supermarkts schlendert, erlebt bisweilen einen Schreck: Der Preis für eine Tafel Schokolade hat sich in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt. Ein Preissprung, der Konsequenzen hat: Der Griff geht immer häufiger ein Regal weiter, zu Keksen und Co., die trotz Inflation und gestiegenen Rohstoffpreisen vergleichsweise erschwinglich sind. 

Während die Verbraucher gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten auf kleine Genussmomente nicht verzichten wollen, bestimmt das Budget zunehmend, wie dieser Genuss aussieht. Was für Schokoladenhersteller eine Herausforderung darstellt, entpuppt sich für andere Bereiche der Süßwarenbranche als Chance. Automatisierung hilft, flexible Verpackungslösungen in der Produktion zu etablieren. 

Kakaopreise auf Rekordhoch 

Die Entwicklung der Kakaopreise hat nicht nur Konsumenten überrascht: Mit einem Anstieg von mehr als 300 Prozent erreichte dieser im April 2024 einen historischen Höchststand von rund 10.000 Euro pro Tonne, wie Daten der International Cocoa Organization (ICCO) zeigen. Zum Vergleich: Noch 2023 lag der Preis laut Statista bei etwa 2.000 Euro pro Tonne. An dem aktuell hohen Preisniveau wird sich laut Prognosen auch so schnell nichts ändern. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. 

Laut einem Report von Climate Central vom Februar 2025 haben extreme Wetterereignisse zu massiven Ernteausfällen in den Kakao-Hauptanbaugebieten geführt. Pflanzenkrankheiten sind das Resultat von starken Regenfällen nach anhaltenden Dürreperioden, hinzu kommt der zunehmende Befall durch Schädlinge. Sicher ist: Hier handelt es sich nicht um ein temporäres Phänomen, sondern um ein strukturelles Problem infolge des Klimawandels, an den sich die Kakaobauern nicht schnell genug anpassen können. Ein Schaden dieses Ausmaßes kann auch nicht so schnell wieder revidiert werden.

Verbraucher setzen auf erschwinglichen Genuss

Für die Süßwarenindustrie bedeutet diese Entwicklung einen massiven Kostendruck. Große Schokoladenhersteller haben bereits ihre Verkaufspreise angehoben oder Packungsformate entsprechend angepasst. Doch auf Genuss verzichten möchten die Verbraucher nicht, stattdessen greifen sie auf preisgünstigere Alternativen zurück oder konsumieren weniger. Die Verschiebung im Kaufverhalten geht dabei über eine einfache Preisreaktion hinaus: Schokolade wird zunehmend zum Genussmittel für besondere Anlässe, während Verbraucher für den alltäglichen Luxus vermehrt zu Keksen greifen. Diese überzeugen durch ihre Vielfalt und bleiben trotz Inflation vergleichsweise erschwinglich. Besonders nachgefragt sind große Familienpackungen, die sich gut portionieren lassen. Der Knusperfaktor wird sozusagen zum neuen Schmelz-Moment.

Automatisierung als Schlüssel zur Marktchance

Die steigende Nachfrage nach Keksen stellt Hersteller vor eine zentrale Herausforderung: Wie kann die Produktion gesteigert werden, während gleichzeitig der branchenweite Fachkräftemangel die Kapazitäten begrenzt? Um die jetzt entstehende Marktchance nutzen zu können, wird Automatisierung zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Nahtlos integrierte Systeme mit hoher Gesamtanlageneffektivität ermöglichen es, konstant mehr zu produzieren, ohne zusätzliches Personal. Technologieführer wie Syntegon bieten Lösungen, die durch schonendes Handling den Ausschuss minimieren und gleichzeitig die Produktivität maximieren. Denn in Zeiten steigender Rohstoffpreise gilt mehr denn je: Jeder Keks zählt. Durch hochautomatisierte Verpackungslinien können Kekshersteller nicht nur den zunehmenden Fachkräftemangel kompensieren, sondern auch ihre unter Druck stehenden Margen sichern und den Verbrauchern weiterhin erschwinglichen Genuss bieten.

Produktvielfalt für Genuss für jeden Moment

Für Kekshersteller bedeutet diese Entwicklung auch, dass sie gezielt auf die veränderten Verbraucherpräferenzen eingehen sollten. Mit einer vielfältigen Produktpalette, saisonalen Varianten und limitierten Editionen bleiben Konsumenten neugierig und Hersteller bieten das passende Genuss-Erlebnis für jede Gelegenheit. Kreative Rezepturen, die den Kakaoanteil reduzieren und durch andere hochwertige Zutaten ersetzen, können dabei helfen, die Produktionskosten stabil zu halten. Gleichzeitig gewinnt die Verpackung als Differenzierungsmerkmal an Bedeutung: So lässt sich am Süßigkeitenregal die Neugier der Konsumenten wecken. Verbraucher legen dabei auch zunehmend Wert auf nachhaltige Verpackungslösungen, die sowohl umweltfreundlich als auch praktisch sind. Laut einer bei Statista veröffentlichten Umfrage von Simon-Kucher & Partners wäre die Mehrheit der Verbraucher dabei sogar bereit, für nachhaltig verpackte Produkte etwas mehr zu bezahlen. 

So können Kekshersteller die neue Marktdynamik für sich nutzen

Die aktuellen Entwicklungen eröffnen Keksherstellern die Chance, ihre Marktposition zu stärken. Denn sie bieten ein alternatives Genuss-Erlebnis zu Schokolade, das sich die Verbraucher leisten können. Um diese Chance zu nutzen, ist eine mehrgleisige Strategie sinnvoll. Produkt- und Formatvielfalt spielen dabei eine zentrale Rolle. Neue Rezepturen mit interessanten Geschmacksrichtungen können die Anforderungen der Konsumenten bedienen und gleichzeitig die Kostenstruktur verbessern. Besonders großes Potenzial liegt im Segment der Familienpackungen. Größere Gebinde, die einen kostengünstigen Genuss für mehrere Tage ermöglichen, sich gut portionieren und wieder verschließen lassen, entsprechen genau dem aktuellen Verbraucherverhalten. 

Anders als bei Schokoladentafeln, die oft in einem Zug verzehrt werden, bieten Kekse die Möglichkeit, den Genuss über längere Zeit zu verteilen, ein wichtiger Aspekt in preissensiblen Zeiten. Gleichzeitig gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung. Umweltbewusste Verbraucher achten zunehmend auf ressourcenschonende Verpackungslösungen und Kekshersteller, die hier innovative Konzepte anbieten, können sich zusätzlich differenzieren und neue Käufergruppen erschließen.

Automatisierung für flexible Verpackungslösungen

Um diese Marktchancen optimal zu nutzen, sind Investitionen in flexible Verpackungslösungen notwendig. Verpackungssysteme von Technologieführern wie Syntegon bieten maximale Packstilflexibilität, sodass Hersteller verschiedene Formate und auch nachhaltige Verpackungsarten auf derselben Linie verarbeiten können. So kann das Produktportfolio kontinuierlich angepasst und erweitert werden, und saisonale Angebote sowie verschiedene Verpackungsgrößen lassen sich ohne aufwendige Umrüstungen realisieren.

Der Höhenflug der Kakaopreise kann so der Beginn einer neuen Phase in der Süßwarenbranche darstelle, in der Flexibilität und Effizienz über langfristigen Erfolg entscheiden. Für Kekshersteller gilt: Wer jetzt die richtigen Weichen stellt und auf zuverlässige Partnerschaften mit Technologieführern wie Syntegon setzt, kann von der veränderten Marktdynamik langfristig profitieren und den Verbrauchern weiterhin erschwinglichen Genuss bieten.

Autor
Daniel Bossel, Produktmanager bei Syntegon

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