Kraft-Wärme-Kopplung für Energie bei Brandenburg

Modernes Blockheizkraftwerk spart Kosten und entlastet das Klima

Blockheizkraftwerk bei Wilhelm Brandenburg

Die fleischverarbeitende Industrie arbeitet sehr energieintensiv. Für Strom und Wärme werden bis zu 15 Prozent der Produktionskosten aufgewandt.

Die Qualitätsmetzgerei Wilhelm Brandenburg betreibt zusammen mit der EHA Energie-Handels-Gesellschaft ein modernes Blockheizkraftwerk. Hierdurch senkt das Unternehmen Kosten und entlastet das Klima von schädlichem CO2.

Die Qualitätsmetzgerei Wilhelm Brandenburg GmbH & Co. oHG mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein Tochterunternehmen der REWE Group. Zu den bekanntesten Produkten von Wilhelm Brandenburg zählt die „Rügenwalder Teewurst“. Der Produktionsstandort Dreieich umfasst nach mehreren Erweiterungen circa 17.000 Quadratmeter. Weil mit dem Ausbau auch der Energiebedarf wächst, suchte der Fleischwarenhersteller Möglichkeiten, den Kostensteigerungen entgegen zu wirken und gleichzeitig Klimaschutz im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie des Mutterkonzerns REWE zu praktizieren.

Dazu hat REWE drei zentrale Handlungsfelder identifiziert: Energieeffizienz erhöhen, klimarelevante Emissionen vermindern und Ressourcen schonen. Die Fleischverarbeiter wandten sich an den Energiedienstleister EHA, um verschiedene Varianten einer lokalen Kraftwerkslösung zu erörtern. Auf Basis eines Energieeffizienzkonzeptes von EHA entschied sich Wilhelm Brandenburg für eine speziell auf den Produktionsstandort Dreieich zugeschnittene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) sollte eine dezentrale Eigenversorgung mit einer bedarfsgerechten und äußerst verlustarmen Energieerzeugung vor Ort kombinieren.

Bedarfsgerechte Erzeugung vor Ort
Das Investitionsvolumen für das erdgasbetriebene Blockheizkraftwerk betrug 500.000 Euro. Seit März 2011 ist das BHKW rund um die Uhr und störungsfrei im Betrieb. Die Funktionsweise lässt sich einfach beschreiben: Ein Verbrennungsmotor treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Die Abwärme aus dem Betrieb des Motors wird ausgekoppelt und vor Ort genutzt. So minimieren sich Transportverluste und ein hoher Anteil der Primärenergie wird genutzt. Die beiden Aggregate der modular aufgebauten Anlage können nach Bedarf einzeln ab- und zugeschaltet werden.

Das effiziente Blockheizkraftwerk liefert pro Jahr circa 1.250 MWh Strom und 1.950 MWh Wärme. Die zwei Aggregate leisten jeweils 140 kW elektrisch und 207 kW thermisch (90°Celsius). Den erzeugten Strom verwenden die Fleischwarenhersteller hauptsächlich für Kühlung und den Maschinenbetrieb. Die Abwärme nutzt das Unternehmen zur Versorgung der Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie für die Brauchwarmwasserbereitung. Die mit dem BHKW erzeugte Energie hat aktuell einen Anteil von acht Prozent am Gesamtstrombedarf des Standortes, bei der Wärme sind es sogar 15 bis 20 Prozent.

Kostensparend und klimaschonend
Der mit dem BHKW erzielte Wärmepreis ist 40 Prozent günstiger als aus herkömmlichen Kesselanlagen und der erzeugte Strom ist vollständig von der Stromsteuer befreit. Daher wird eine Amortisierung der Investition binnen einer Zeit von circa fünf Jahren erreicht sein. Und Wilhelm Brandenburg spart nicht nur Kosten. Durch die Kraft-Wärme Kopplung wird ein Nutzungsgrad von deutlich über 90 Prozent erreicht. Dies entlastet das Klima mit CO2 Einsparungen von rund 266 Tonnen jährlich im Vergleich zur bisherigen Strom- und Wärmeerzeugung. Ein weiterer Vorteil ist die erhöhte Versorgungssicherheit. Ein notstromfähiges BHKW-Modul kann auch als Ersatzstromaggregat dienen. Darüber hinaus entlastet die dezentrale Energieerzeugung die Dampfkesselanlagen der Metzgerei und das Stromversorgungsnetz der lokalen Stadtwerke. Dank der Abwärme des Blockheizkraftwerks steht jetzt mehr Dampf für die Produktion zur Verfügung.

Als Nachweis erhält der Fleischwarenhersteller von EHA detaillierte Jahresabrechnungen der Energiekosten, aufgeteilt in Strom, Gas und Lieferung aus dem BHKW (Wärme und Strom). So lassen sich die Verbräuche besser analysieren und Möglichkeiten für weitere Einsparungen entdecken. Im Zuge der Projektumsetzung hatte der Energiedienstleister schon die Wärmeversorgung des Produktionsbetriebes untersucht und Abwärmepotenziale identifiziert. Die Wärmerückgewinnung und –verteilung wird optimiert und die Effizienz weiter gesteigert.

Ausbau geplant
EHA und Wilhelm Brandenburg haben für das Blockheizkraftwerk einen Vollwartungsvertrag abgeschlossen. Nach circa 25.000 Betriebsstunden wird eine Generalüberholung durchgeführt, das BHKW hat somit eine Lebensdauer von mehr als zehn Jahren. Weil die Anlage modular erweiterbar ist, können die zwei Aggregate mit einem dritten ergänzt werden. So lässt sich die Leistung noch einmal um 50 Prozent steigern – damit wäre der komplette Grundwärmebedarf des Unternehmens gedeckt. Die Erweiterung soll innerhalb der nächsten zwei Jahre durchgeführt werden. Außerdem will Wilhelm Brandenburg zusammen mit EHA noch andere Produktionsstandorte mit Blockheizkraftwerken ausrüsten.

Auszeichnung für das Blockheizkraftwerk
Das BHKW wurde vom Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK) als „BHKW des Jahres 2011“ ausgezeichnet als bestes Anwendungsbeispiel für effiziente und umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung. Drei Aspekte überzeugten die Jury besonders: Durch die Installation einer dezentralen KWK-Anlage sei ein kostspieliger Stromnetzausbau vermieden worden. Gleichzeitig sanken die Energiekosten erheblich durch einen niedrigeren Wärmepreis. Und der CO2 Ausstoß wurde deutlich reduziert.

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