Laut Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie haben sich Umsatz und Produktionsentwicklung in der deutschen Lebensmittelindustrie im Mai unterschiedlich entwickelt. Preisbereinigt setzte die Branche 2,8 Prozent weniger um als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im Ausland betrug der Rückgang 3,6 Prozent, während er im Inland gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3 Prozent zurückging. Nominal erreichten die Erlöse insgesamt 18,6 Milliarden Euro und unterschritten damit den Vorjahreswert um 6,5 Prozent. Das Inlandsgeschäft steuerte 11,9 Milliarden Euro bei, aus dem Ausland kamen 6,7 Milliarden Euro. Damit lagen die nominalen Erlöse im Inland 5,1 Prozent und im Ausland 8,9 Prozent niedriger. Gleichzeitig nahm die reale Produktion zu: Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex übertraf das Niveau des Vorjahresmonats um 4,7 Prozent.
Lebensmittelindustrie trifft auf niedrigere Erzeugerpreise
Auf der Kostenseite entwickelten sich die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise zuletzt überwiegend rückläufig. Im Mai lagen sie insgesamt 13,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahres und 1,5 Prozent unter dem April-Niveau. Tierische Erzeugnisse verbilligten sich binnen Jahresfrist um 15,9 Prozent, pflanzliche Produkte um 10,4 Prozent. Hinter diesen Durchschnittswerten stehen allerdings erhebliche Unterschiede: Während Milch 25,3 Prozent und Speisekartoffeln 53,5 Prozent günstiger waren als ein Jahr zuvor, verteuerten sich Eier um 13,6 Prozent und Tomaten um 28,2 Prozent.
Internationale Rohstoffpreise zeigen anderes Bild
Auf den internationalen Agrarmärkten war im Juli dagegen eine leichte Aufwärtsbewegung zu beobachten. Der FAO Food Price Index erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent auf 131,1 Punkte. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Preise für Zucker, dessen Teilindex um 5,9 Prozent zulegte. Auch Getreide und pflanzliche Öle verteuerten sich um 3,2 beziehungsweise zwei Prozent. Rückläufig waren hingegen die Indizes für Fleisch mit 2,5 Prozent und Milchprodukte mit einem Prozent. Damit unterscheiden sich die kurzfristigen internationalen Preissignale von der Entwicklung der deutschen landwirtschaftlichen Erzeugerpreise.
Stimmung in der Lebensmittelindustrie verbessert sich
Bei den Unternehmen hat sich die Stimmung im Juli erholt, bleibt insgesamt aber negativ. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich innerhalb eines Monats von minus 24,8 auf minus 16,6 Punkte. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen entwickelten sich positiver: Der Lagesaldo stieg auf minus 14,8 Punkte, der Erwartungssaldo auf minus 18,3 Punkte. Die Skepsis überwiegt damit weiterhin. Während 8,5 Prozent der befragten Unternehmen eine Verbesserung ihrer Geschäfte erwarten, rechnen 26,8 Prozent mit einer Verschlechterung.
Konsum bleibt Unsicherheitsfaktor für die Lebensmittelindustrie
Von der Verbraucherseite kommen bislang ebenfalls keine deutlichen Wachstumsimpulse. Das GfK-Konsumklima stieg im Juli zwar geringfügig von minus 29,7 auf minus 29,3 Punkte. Für August wird jedoch wieder ein Rückgang auf minus 29,6 Punkte erwartet. Bei den Preisen zeigte sich zuletzt eine leichte Entspannung: Im Juni verbilligten sich Lebensmittel und alkoholfreie Getränke gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent, während die Verbraucherpreise insgesamt um 0,3 Prozent zurückgingen. Gegenüber Juni 2025 mussten Verbraucher für Lebensmittel allerdings 0,6 Prozent mehr bezahlen. Die allgemeine Teuerungsrate lag im gleichen Vergleich bei 2,3 Prozent.