Mit dem „CleanLine C150“ ergänzt Eirich seine Baureihe von One-Pot-Multiprozessoren um eine Produktionsgröße mit 150 Litern Nutzvolumen. Die Anlage ist für Branchen konzipiert, in denen neben reproduzierbaren Prozessen insbesondere Reinigbarkeit und Produktsicherheit eine wichtige Rolle spielen. Dazu zählen unter anderem die Lebensmittel-, Spezialchemie- und Pharmaindustrie. Seine Premiere feiert der neue Multiprozessor auf der Powtech Technopharm 2026 in Nürnberg.
Multiprozessor kombiniert mehrere Verfahrensschritte
Technologische Grundlage ist das Eirich-Wirkprinzip, mit dem sich verschiedene verfahrenstechnische Grundoperationen innerhalb eines Prozessraums miteinander verbinden lassen. Abhängig von Produkt und Rezeptur können unter anderem Mischen, Dispergieren, Granulieren, Coaten, Kneten und Trocknen nacheinander oder teilweise parallel erfolgen. Hinzu kommen Funktionen zum Heizen und Kühlen sowie die Möglichkeit einer Prozessführung unter Vakuum. Weil das Material zwischen den einzelnen Arbeitsschritten nicht in andere Aggregate transportiert werden muss, sinkt die Zahl der Übergabepunkte. Dies kann den Platzbedarf einer Prozesslinie reduzieren und zugleich Produktverluste sowie Kontaminationsrisiken begrenzen.
„Der ,CleanLine C150' erweitert unser One-Pot-Konzept auf größere Chargen und schafft neue Freiräume für die Lifescience-Produktion. Mehrere Prozessschritte und unterschiedliche Rezepturen lassen sich in einer Anlage realisieren, wodurch Anwender ihre Prozesse flexibler gestalten und den Bedarf an separaten Aggregaten reduzieren können“, sagt Markus Pannig, Leiter Produktmanagement bei Eirich.
Hygienische One-Pot-Verarbeitung im Multiprozessor erleichtert Produktwechsel
Die größere Ausführung ergänzt eine bereits verfügbare Variante mit fünf Litern Nutzvolumen, die vor allem für Entwicklungsarbeiten, Pilotanwendungen und kleinere Produktionsmengen vorgesehen ist. Bei der Konstruktion der neuen Produktionsgröße stand insbesondere die Reinigbarkeit im Mittelpunkt. Produktberührende Bereiche sind zugänglich ausgeführt, während unnötige Toträume und mögliche Ablagerungsstellen konstruktiv reduziert werden. Demontierbare Komponenten sollen sich schnell aus- und wieder einbauen lassen. Edelstahloberflächen sowie FDA-konforme Werkstoffe und Dichtungen ergänzen die hygienische Ausführung. Für Betriebe mit wechselnden Rezepturen können kürzere Reinigungs- und Umrüstvorgänge dazu beitragen, Stillstandszeiten zwischen den Chargen zu verringern.
Multiprozessor verändert gezielt Produkteigenschaften
Mögliche Anwendungsbereiche sind Lebensmittelzutaten und funktionelle Zusatzstoffe, Nahrungsergänzungsmittel sowie ausgewählte pharmazeutische Anwendungen. Dazu zählen beispielsweise Aromen, Vitamine, Mineralstoffe, Proteine und Enzyme. Zusätzlich zum homogenen Mischen sind Prozesse wie Mikrogranulieren, Instantisieren, Coaten und Mikroverkapseln möglich. Somit lassen sich empfindliche Inhaltsstoffe schützen und Eigenschaften wie Löslichkeit, Dosierbarkeit, Fließfähigkeit und Schüttdichte beeinflussen. Darüber hinaus kann die Mischgranulation bei geeigneten Produkten eine Alternative zu Verfahren mit Sprühturm oder Wirbelschicht darstellen und den Einsatz zusätzlicher Aggregate sowie konditionierter Prozessluft reduzieren.
Vom Technikum auf größere Produktionschargen
Für die Entwicklung neuer Prozesse können Kunden ihre Originalrohstoffe im Eirich-Technikum untersuchen lassen. Dort werden Prozessparameter ermittelt und Rezepturen unter praxisnahen Bedingungen getestet. Die gewonnenen Ergebnisse können anschließend als Grundlage für die Übertragung auf größere Produktionsmaßstäbe dienen. Damit adressiert der Hersteller sowohl die Entwicklung neuer Produkte als auch die Optimierung bestehender Prozesse und das anschließende Scale-up.
„Die Aufgabenstellungen unserer Kunden reichen von der Entwicklung neuer Produkte über die Optimierung bestehender Prozesse bis zum Scale-up in die Produktion. Unsere große Stärke liegt darin, verfahrenstechnisches Wissen aus unterschiedlichsten Branchen zu verbinden und daraus passgenaue Lösungen zu entwickeln“, erklärt Stephan Eirich, geschäftsführender Gesellschafter der Eirich Gruppe. Der neue Multiprozessor überträgt damit das Prinzip der kombinierten Verarbeitung in einem Prozessraum auf größere Chargen. Für Anwender mit hohen Hygieneanforderungen kann die Zusammenführung mehrerer Prozessschritte insbesondere dort interessant sein, wo häufige Produktwechsel, flexible Rezepturen und ein reduzierter Anlagenumfang gefragt sind. Sie finden Eirich auf der Powtech Technopharm in Nürnberg in Halle 7A am Stand 505.