Kalorienreduzierte Produkte legen zu, Branche übertrifft Reduktionsziele
Erfrischungsgetränke setzen Trend zu weniger Zucker weiter fort
Montag, 03. August 2026
| Redaktion
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Erfrischungsgetränke: Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauchs von 2019 bis 2025
Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauchs an Erfrischungsgetränken von 2019 bis 2025, Bild: Wafg

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Erfrischungsgetränken in Deutschland ist im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Nach Berechnungen der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (Wafg) auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes lag der Konsum bei 123,3 Litern pro Person. Im Vorjahr waren es noch 125,5 Liter. Dies entspricht einem Rückgang von 1,8 Prozent. Gleichzeitig setzte sich der Trend zu kalorienreduzierten und kalorienfreien Erfrischungsgetränken fort. Ihr Pro-Kopf-Verbrauch stieg von 19,1 auf 20,2 Liter und damit um 5,8 Prozent. Besonders deutlich legten Cola- und Cola-Mischgetränke in der Light-Variante zu. Hier erhöhte sich der Erfrischungsgetränke-Konsum um 6,8 Prozent auf 14,7 Liter pro Kopf.

Erfrischungsgetränke erreichen deutlich mehr Zuckerreduktion als vereinbart

Parallel zu den aktuellen Marktdaten veröffentlichte die Wafg die Ergebnisse des unabhängigen Monitorings zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie (NRI) der Bundesregierung. Demnach reduzierte die Branche den Kaloriengehalt ihrer Erfrischungsgetränke zwischen 2015 und 2025 um 20,8 Prozent. Das ursprünglich mit der Bundesregierung vereinbarte Ziel lag bei 15 Prozent. Laut Wafg wurde dieses Ergebnis vor allem durch die Einführung neuer kalorienreduzierter und kalorienfreier Produkte sowie die Reformulierung bestehender Getränke erreicht. Gleichzeitig hätten die Unternehmen darauf geachtet, dass die Akzeptanz bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern erhalten bleibt. „Die Branche hat ihre Zusage gehalten. Dies verdeutlichen auch die offiziellen Daten der Bundesregierung“, betont Wafg-Hauptgeschäftsführer Detlef Groß.

Zuckersteuer stößt bei der Branche auf Kritik

Vor dem Hintergrund der erreichten Reduktionsziele sieht die Wirtschaftsvereinigung die geplante Einführung einer Zuckersteuer zum 01. Januar 2027 kritisch. Aus Sicht der Wafg würden die Unternehmen trotz nachweisbarer Fortschritte bei der Kalorien- und Zuckerreduktion mit zusätzlichen finanziellen Belastungen konfrontiert. Besonders betroffen wären mittelständisch geprägte Hersteller. „Die Unternehmen haben bei der Kalorienreduktion ihr Wort gehalten und den versprochenen Beitrag geliefert und dies deutlich über die mit der Bundesregierung vereinbarte Zielsetzung hinaus. Dennoch werden nunmehr massive Belastungen für die überwiegend mittelständisch geprägte Branche geplant“, erklärt Detlef Groß.

Erfrischungsgetränke: Neuentwicklungen im Fokus

Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung basiert der Erfolg der Reduktionsstrategie vor allem auf kontinuierlichen Produktinnovationen. Die Unternehmen hätten ihr Sortiment um kalorienreduzierte und kalorienfreie Varianten erweitert sowie bestehende Rezepturen angepasst. Am freiwilligen Branchenbeitrag beteiligten sich Unternehmen, die zum Zeitpunkt der Vereinbarung mehr als 90 Prozent des Marktvolumens der Wafg-Mitglieder und mehr als 60 Prozent des gesamten deutschen Marktes für Erfrischungsgetränke repräsentierten.

Branche fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen

Mit Blick auf die geplante Zuckersteuer appelliert die Wirtschaftsvereinigung an Bundestag und Bundesregierung, bei künftigen Regulierungen die bisherigen Leistungen der Branche zu berücksichtigen. „Wenn man ernsthaft eine verlässliche Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sucht und den Standort Deutschland stärken möchte, braucht es auch im politischen Raum ein Mindestmaß an Verlässlichkeit. Noch kann die Politik einen sachgerechten Kurs gestalten“, betont Detlef Groß. Aus Sicht der Wafg zeigen sowohl die aktuellen Verbrauchszahlen als auch das unabhängige Monitoring, dass sich der Markt für Erfrischungsgetränke bereits in Richtung kalorienärmerer Produkte entwickelt und die freiwilligen Maßnahmen der Branche Wirkung zeigen.

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