Digitalisierungsindex Mittelstand: Industrieunternehmen führend bei der digitalen Transformation

Index mit 58 Prozentpunkten über dem Durchschnitt

Digitalisierungsindex Mittelstand

Mittelständische Industrieunternehmen haben 2017 digital zugelegt. Im Digitalisierungsindex konnten sie sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals um zwei Punkte auf jetzt 58 von 100 möglichen Punkten steigern. Damit gehören Industrieunternehmen im Branchenvergleich zu den digitalen Schrittmachern. Dies ist das Ergebnis der zweiten repräsentativen Telekom-Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“, für den das Analystenhaus Techconsult im Sommer 2017 rund 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt hat. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg erreichen mittelständische Unternehmen im Digitalisierungsindex durchschnittlich 54 Punkte.

Digitale Konsequenz zahlt sich aus: Am höchsten fällt die Digitale Dividende bei den digitalen Vorreitern unter den Industrieunternehmen aus. Sie erreichen einen Indexwert von 89 Punkten und sind mit ihren Geschäftskennzahlen wie Umsatz, Absatz oder der Neukundengewinnung deutlich zufriedener als der Rest der Unternehmen. Im Schnitt liegen ihre Messwerte für die Zufriedenheit um mindestens 20 Prozentpunkte über jenen der restlichen Unternehmen.

Digitalisierung treibt das Business

Die Studie zeigt auch: Immer mehr Industrieunternehmen sehen die Digitalisierung als festen Bestandteil ihrer geschäftlichen Entwicklung und als Grundvoraussetzung für ihren künftigen Erfolg. 43 Prozent haben das Thema Digitalisierung daher in der Geschäftsstrategie verankert. Das ist verglichen mit dem Vorjahr ein deutlicher Zuwachs um 13 Prozentpunkte. Mit vier Prozent fällt die Zahl jener Betriebe, die sich noch nicht mit der digitalen Transformation befasst haben, besonders gering aus. Nicht verwunderlich, da sich das Gros der Industrieunternehmen seit vielen Jahren mit der Automatisierung und damit einem wichtigen Bestandteil der Digitalisierung befasst.

Mittelständische Industrieunternehmen bewerten die digitale Transformation zunehmend als Business-Treiber. Die Firmen wollen mit der Digitalisierung ihre Marktposition festigen und weiter ausbauen. In der intelligenten Fabrik lassen sich Maschinen, Roboter und Prozesse digital steuern. Ergebnis: eine flexiblere und effizientere Produktion. Heute bieten 32 Prozent der Industrieunternehmen bereits Produkte und Services, die sie mithilfe von Datenauswertungen individualisiert und auf den Kunden zugeschnitten haben. Weitere 24 Prozent der Firmen haben erste Ansätze entwickelt, um ihre Produkte ebenfalls auf der Grundlage von Datenanalysen zu personalisieren.

Digitalisierung zahlt sich aus

Erstmals kann die Studie einen Zusammenhang zwischen digitalem Reifegrad und Geschäftserfolg nachweisen. Unternehmen, die einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsindex von 67 Punkten erreichen, haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr gesteigert. Jene Firmen hingegen, die im Index bei höchstens 53 Punkten liegen, erlitten im gleichen Zeitraum Umsatzeinbußen. „Dies zeigt: Investitionen in digitale Lösungen rentieren sich. Sie tragen dazu bei, den Umsatz zu steigern, Kosten zu verringern und flexibler zusammen zu arbeiten.“, sagt Thomas Spreitzer, verantwortlich für den Vertrieb im Bereich kleine und mittlere Unternehmen sowie den Partnervertrieb und das Marketing bei der Telekom Deutschland. „Doch auf der anderen Seite gibt es zahlreiche mittelständische Unternehmen, die nicht einmal über eine Internetpräsenz verfügen, geschweige denn in den sozialen Medien aktiv sind. Für sie ist es das Wichtigste, jetzt mit der Digitalisierung anzufangen.“

Schon einzelne Digitalisierungsmaßnahmen wirken sich positiv auf die Umsatzentwicklung, die Kundengewinnung oder die Qualität der Prozesse aus. So konnten 88 Prozent der Industrieunternehmen, die ihre Maschinen und Anlagen vorausschauend warten, ihre Umsätze steigern. 74 Prozent verdanken der Cloud bessere interne Prozesse.
 

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