Laut VDMA blicken die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen auf ein verhaltenes erstes Halbjahr 2026 zurück. Der Auftragseingang lag im Juni real vier Prozent unter dem Vorjahreswert. Über die ersten sechs Monate summierte sich der Bestellrückgang auf acht Prozent. Damit entwickelte sich die Branche schwächer als der Maschinenbau insgesamt, der vor allem durch das Großanlagengeschäft ein Auftragsplus von fünf Prozent erzielte.
Nahrungsmittelmaschinen mit schwächerem Inlandsgeschäft
Nach einem Rekordjahr 2025 mit einer Produktion von knapp 17 Milliarden Euro zeigte sich der Markt im laufenden Jahr deutlich volatiler. Besonders im Bereich der Nahrungsmittelmaschinen fehlten Aufträge aus dem Inland. Hier gingen die Bestellungen im ersten Halbjahr um 18 Prozent zurück. Die Nachfrage aus dem Ausland entwickelte sich dagegen stabil. Zuwächse aus den Euro-Partnerländern von 14 Prozent konnten den Rückgang aus Nicht-Euro-Ländern von fünf Prozent weitgehend ausgleichen. Insgesamt verzeichnete der Nahrungsmittelmaschinenbau ein Minus von drei Prozent.
Verpackungsmaschinen profitieren im Inland von Großprojekten
Bei den Verpackungsmaschinen zeigte sich ein anderes Bild. Ohne Berücksichtigung von Getränkeabfüllmaschinen legten die Inlandsbestellungen um 40 Prozent zu. Ausschlaggebend waren einzelne Großprojekte, die das Ergebnis maßgeblich beeinflussten. Die Auslandsnachfrage entwickelte sich dagegen deutlich schwächer. Insgesamt gingen die Bestellungen um 16 Prozent zurück. Besonders stark fiel das Minus bei den Euro-Partnerländern mit 40 Prozent aus. Aus den Nicht-Euro-Ländern gingen die Auftragseingänge um acht Prozent zurück. Neben Basiseffekten wirkten sich Unsicherheiten rund um die europäische Verpackungsverordnung PPWR, die ab dem 12. August 2026 gilt, bremsend auf Investitionsentscheidungen aus. Unter dem Strich verzeichneten die Hersteller von Verpackungsmaschinen im ersten Halbjahr einen Auftragsrückgang von acht Prozent.
Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen stehen unter wirtschaftlichem Druck
Die Branche sieht sich weiterhin mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Geopolitische Konflikte, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten, belasten wichtige Absatzmärkte. Gleichzeitig wirkt sich die US-Zollpolitik negativ auf die Investitionsbereitschaft im wichtigsten Auslandsmarkt aus. Hinzu kommen hohe Energiepreise, die weltweit die Lebensmittelindustrie unter Druck setzen. Da gestiegene Produktionskosten vielfach nur begrenzt an Endkunden weitergegeben werden können, sinken Investitionsspielräume und Liquidität vieler Unternehmen.
Energieeffizienz eröffnet Chancen für Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen
Trotz der aktuellen Marktschwäche sieht die Branche mittelfristig positive Perspektiven. Steigende Energiekosten erhöhen den Bedarf an energieeffizienten und automatisierten Produktions- sowie Verpackungslösungen. Zusätzliche Wachstumsimpulse erwarten die Unternehmen durch geplante Freihandelsabkommen, insbesondere mit den Mercosur-Staaten und Indien. Auch die steigende Investitionstätigkeit der Lebensmittelindustrie in zahlreichen Schwellenländern bietet Potenzial für Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen.