Nach Angaben des Branchenverbandes BVE verzeichnete die deutsche Lebensmittelindustrie im Dezember 2024 einen preisbereinigten Umsatzrückgang von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das Inlandsgeschäft sank um 2,7 Prozent, während das Auslandsgeschäft um 4,3 Prozent zulegte. Insgesamt setzten die Lebensmittelhersteller 19,2 Milliarden Euro um, nominal ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auf dem Inlandsmarkt erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 12,3 Milliarden Euro und lag damit nominal um 0,1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die Auslandsumsätze erreichten 6,8 Milliarden Euro und stiegen nominal deutlich um 11,5 Prozent. Der Anstieg resultierte vor allem aus einer deutlichen Erhöhung der Exportpreise um 6,9 Prozent, während die Inlandspreise um 2,6 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht um 1,4 Prozent.
Erzeugerpreise steigen um vier Prozent zum Vorjahr
Im Dezember stiegen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Preise um 4,1 Prozent und lagen weiterhin gut 35 Prozent über dem Vor-Krisen-Niveau von Anfang 2020. Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im Dezember im Monatsvergleich um 1,6 Prozent, verzeichneten jedoch gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang von 4,4 Prozent. Besonders auffällig sind weiterhin die Preisschwankungen bei Speisekartoffeln, deren Preise um mehr 3,0 Prozent zum Vormonat stiegen, jedoch gut 32 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Produkte tierischer Erzeugung verbuchten im Dezember einen Anstieg von 1,2 Prozent zum Vormonat und stehen zum Vorjahresmonat bei einem Plus von 9,9 Prozent. Der Preisindex für Geflügel stieg um 30,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und steht 3,9 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Lebensmittelindustrie: FAO Food Price Index mit kleinem Zuwachs
Im Februar stieg der FAO Food Price Index auf 127,1 Punkte, was einem Zuwachs von 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht und 8,2 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres liegt. Während lediglich der Teilindex für Fleisch leicht um 0,1 Prozent nachgab, stiegen der Teilindex für Getreide um 0,7 Prozent, der Teilindex für Öle um 2,0 Prozent, der Teilindex für Milchprodukte um 4,0 Prozent sowie der Teilindex für Zucker um 6,6 Prozent.
Ausblick Geschäftsklima: Lebensmittelindustrie mit leichter Verbesserung der Stimmung im Februar 2025
Die Befürchtungen einer anhaltenden konjunkturellen Stagnation beeinflussen die Stimmung in der Lebensmittelindustrie weiterhin negativ. Die neuesten Daten zum Ifo-Geschäftsklimaindex zeigten für den Februar eine leichte Verbesserung der Stimmung. Der Saldo des Geschäftsklimas verzeichnete einen Zuwachs von 0,7 Punkten und steht mit 95,7 Punkten weiter unter der neutralen Marke von 100. Der Saldo der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage steht bei 92,4 Punkten und verschlechterte sich somit leicht zum Wert des Vormonats. Der Saldo für die Geschäftserwartung der nächsten sechs Monate verbesserte sich hingegen leicht und steht nun bei 98,9 Punkten: Die Anzahl der Hersteller mit negativen Geschäftserwartungen übersteigt die der Hersteller mit positiven Erwartungen noch leicht: 15,5 von 100 Befragten gehen von einer Verbesserung aus; 18,2 von einer Verschlechterung.
Konsumentenstimmung weiter rückläufig, Lebensmittelpreise etwas unter Vormonat
Laut GfK-Konsumklima verharrt die Verbraucherstimmung in Deutschland weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Im Februar verschlechterte sich das Konsumklima erneut leicht und steht bei minus 22,6 Punkten nach minus 21,4 Punkten im Vormonat. Für März wird eine weitere Verschlechterung auf minus 24,7 Punkte prognostiziert. Im Januar 2025 sanken die allgemeinen Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent. Zudem reduzierten sich die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke um 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 1,5 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 1,9 Prozent höher.