Strukturelle Herausforderungen bleiben
Deutsche Lebensmittelindustrie erzielt 2025 leichtes Umsatzplus
Freitag, 16. Januar 2026
| Redaktion
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Die deutsche Lebensmittelindustrie verzeichnet 2025 ein leichtes Umsatzplus dank Export
Die deutsche Lebensmittelindustrie verzeichnet 2025 ein leichtes Umsatzplus dank Export: Bild: LMV-online.de / Susanne Woggon

Nach vorläufigen Zahlen des BVE hat die deutsche Lebensmittelindustrie im Jahr 2025 real wieder ein leichtes Umsatzwachstum erreicht. Mit einem nominalen Zuwachs von 3,9 Prozent, was real 0,2 Prozent entspricht, konnte die Branche erstmals seit mehreren Jahren wieder zulegen. Diese Entwicklung geht aus den vorläufigen Jahresdaten der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie hervor. Das Wachstum basiert vor allem auf dem Auslandsgeschäft, während der Inlandsmarkt weiterhin unter Druck steht.

Branchenkennzahlen unterstreichen Bedeutung der Lebensmittelindustrie

Im Berichtsjahr umfasste die Branche etwa 6.082 Betriebe und beschäftigte rund 659.605 Personen. Der Umsatz belief sich auf etwa 241,8 Milliarden Euro, wodurch die Lebensmittelindustrie zu einem der größten deutschen Industriezweige zählt. Auch im europäischen Vergleich nimmt die Branche eine Spitzenposition ein, gemessen an Umsatz und Beschäftigung.

Exportgeschäft der Lebensmittelindustrie treibt Umsatz

Das Exportgeschäft entwickelte sich im Jahr 2025 überdurchschnittlich stark. Die Exporte stiegen nominal um neun Prozent und preisbereinigt um 3,9 Prozent, was die positive Bedeutung des Auslandsgeschäfts für die Lebensmittelindustrie unterstreicht. Demgegenüber blieb der Inlandsmarkt schwach: Zwar erhöhte sich der nominale Umsatz um ein Prozent, doch real fiel er um 1,9 Prozent. Diese Divergenz zeigt, dass die inländische Nachfrage noch nicht wieder auf ein stabiles Wachstum ausgerichtet ist. Die Investitionstätigkeit der Branche signalisiert dazu anhaltende Herausforderungen. In den vergangenen Jahren wurde der Kapitalstock innerhalb der Lebensmittelindustrie stärker abgebaut als im verarbeitenden Gewerbe insgesamt und ebenfalls stärker als in energieintensiven Industrien.

Standortbewertung und Investitionsneigung der deutschen Lebensmittelindustrie

Ergebnisse einer Blitzumfrage der BVE unter 98 Lebensmittel‑ und Getränkeherstellern zeichnen ein differenziertes Bild. 81 Prozent der Befragten sehen die Standortbedingungen in Deutschland in den letzten fünf Jahren verschlechtert. Hierbei werden hohe Bürokratie, mangelnde Planungssicherheit, Kostendruck und ausbleibende Reformen als Hauptgründe genannt.

Bei der Investitionsneigung zeigen die Zahlen nur moderate Verbesserungen: 20 Prozent der Unternehmen planen, ihre Investitionen in Deutschland in den nächsten zwei bis drei Jahren zu erhöhen, 40 Prozent wollen sie stabil halten. 34 Prozent beabsichtigen, sie zu reduzieren, und sechs Prozent ziehen eine vorübergehende oder dauerhafte Einstellung in Betracht. Kritisch bewertet werden insbesondere Regulierung, Energiepreise, Steuern sowie Arbeits‑ und Lohnstückkosten. Trotz dieser Belastungen sehen viele Unternehmen weiterhin gute Absatzchancen, insbesondere im Exportgeschäft.

Politische Rahmenbedingungen und Brancheneinschätzung

BVE‑Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff hebt die Exporte als positives Signal hervor: Die deutsche Lebensmittelindustrie habe 2025 trotz widriger Rahmenbedingungen, wie Zöllen in wichtigen Märkten und Herausforderungen durch Tierseuchen, ihre Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt. Er betont, dass „Food Made in Germany“ ein starkes Qualitätssiegel sei.

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