Direkter Einfluss auf Produktqualität, Verbraucherschutz und Anlagensicherheit
HMI in Hygienic Design erfüllt steigende Anforderungen in der Lebensmittelproduktion
Donnerstag, 05. Februar 2026
| Redaktion
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Hygienic Design als Grundlage moderner HMI-Konzepte in sensiblen Produktionsbereichen
Hygienic Design als Grundlage moderner HMI-Konzepte in sensiblen Produktionsbereichen, Bild: Ads-Tec

In hochsensiblen Bereichen wie der Lebensmittelverarbeitung, Chemie- oder Pharmaproduktion entscheidet das Design der Bedienoberflächen mit über Produktsicherheit und Markenintegrität. Jede potenzielle Kontaminationsquelle, ob mikrobiologisch, chemisch oder physikalisch, stellt ein Risiko dar. Gleichzeitig steigen durch Digitalisierung und Automatisierung die Anforderungen an Mensch-Maschine-Schnittstellen, kurz HMI. Diese Schnittstellen müssen intuitiv bedienbar, technisch robust und gleichzeitig leicht zu reinigen sein. Hygienegerechte Konstruktionsprinzipien, also Hygienic Design, ist daher keine Option, sondern essenziell. Ads-Tec hat ein hygienegerechtes HMI in 19 Zoll und 24 Zoll für den sicheren Betrieb in hygienekritischen Umgebungen einwickelt. 

Was hygienegerechte HMI-Lösungen leisten müssen

Ein HMI für den Einsatz in der Lebensmittelproduktion oder vergleichbaren Bereichen muss deutlich mehr erfüllen als eine hohe Schutzart wie mindestens IP69. Die folgenden Kriterien sind entscheidend:

  1. Geschlossene Bauweise und kabelfreies Design
    Offene Kabelverbindungen, Spalten oder Fugen bieten potenzielle Nischen für Verunreinigungen. Eine komplett geschlossene Bauform mit interner oder geschützter Kabelführung minimiert diese Risiken. Wo möglich, sollten drahtlose Verbindungen zum Einsatz kommen.
  2. Robuste, beständige Materialien
    Edelstahl V4A ist das bevorzugte Material für Gehäuse, da es korrosionsbeständig ist, selbst bei salzhaltiger Luft oder aggressiven Reinigern. Dichtungen aus chemisch beständigen Elastomeren mit definierter Shore-Härte sichern dauerhafte Abdichtung, auch bei häufigen Temperaturwechseln und mechanischen Belastungen.
  3. Hygienic Design im Detail
    Entscheidend ist die Vermeidung von Toträumen, unzugänglichen Ecken und senkrechten Flächen, auf denen sich Reinigungsmittel oder Produktreste sammeln können. Neigungen im Design („self-draining“) ermöglichen ein sicheres Abfließen von Flüssigkeiten. Farbige Dichtungen, z. B. in „Hygienic Blue“, erleichtern zudem die visuelle Kontrolle.
  4. Splitterschutz und Bedienbarkeit unter Belastung
    Bruchsichere Fronten oder Folien verhindern Glasbruch-Risiken. Die HMI-Bedienung muss auch mit Handschuhen oder bei Feuchtigkeit funktionieren, idealerweise mit resistivem oder kapazitivem Touch, der auf verschiedene Umgebungsbedingungen ausgelegt ist.
  5. Schutz vor Fremdkörpern
    Offene Schrauben, lösbare Kleinteile oder ungeschützte Bedienelemente bergen das Risiko, während der Produktion in das Produkt zu gelangen. Ein hygienisches HMI verzichtet darauf konsequent und ist im Betrieb wartungsfrei.

Zertifizierungen schaffen Sicherheit

Die Zertifizierung durch Organisationen wie die EHEDG oder das Fraunhofer IPA ist nicht nur ein Qualitätssiegel. Sie schafft Vertrauen gegenüber Kunden, Auditoren und Behörden. Sie dokumentiert, dass das HMI-Design den hohen branchenspezifischen Anforderungen gerecht wird.

Fazit: Hygienic Design als integraler Bestandteil von HMI-Konzepten

Ein industrielles HMI für hygienekritische Anwendungen muss weit über Standardanforderungen hinausgehen. Nur durch die konsequente Integration hygienischer Prinzipien in Konstruktion, Materialwahl und Montage lassen sich Sicherheit, Langlebigkeit und Bedienkomfort garantieren. Hygienic Design wird damit zur Voraussetzung für zukunftssichere HMI-Lösungen, insbesondere in der digital vernetzten Lebensmittelproduktion.

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