Der Konsum Fruchtsaft und Gemüsesaft in Deutschland zeigt im Jahr 2025 eine unterschiedliche Marktentwicklung. Während der Genuss von Fruchtsäften rückläufig ist, stieg die Nachfrage nach Gemüsesaft leicht an. Nach Angaben des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie VdF geht der Pro-Kopf-Verbrauch insgesamt jedoch zurück, was vor allem auf veränderte Marktbedingungen und Preisentwicklungen zurückgeführt wird.
Rückgang beim Fruchtsaft und steigendes Interesse an Gemüsesaft
Nach Angaben des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie sank der Pro-Kopf-Verbrauch von Frucht- und Gemüsesäften im Jahr 2025 um 1,5 Liter auf 22,5 Liter. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang beim Fruchtsaft und bei Nektaren, deren Absatz um rund sechs Prozent zurückging. Im Gegensatz dazu entwickelt sich der Markt für Gemüsesaft positiv. Der Verbrauch stieg um etwa zehn Prozent, bleibt mit 2,2 Litern pro Kopf jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Preisentwicklung beeinflusst den Fruchtsaftmarkt
Ein wesentlicher Einflussfaktor für den rückläufigen Konsum von Fruchtsaft sind gestiegene Preise. „Die insgesamt rückläufige Entwicklung beim Fruchtsaft ist vor allem auf gestiegene Preise zurückzuführen“, betont Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie. Beim Orangensaft zeichnet sich jedoch eine Stabilisierung ab, da die Preise offenbar ihren Höchststand überschritten haben. Dies könnte sich mittelfristig auch auf die Nachfrage auswirken.
Gemüsesaft profitiert von Ernährungstrends
Die steigende Nachfrage nach Gemüsesaft wird unter anderem durch veränderte Ernährungsgewohnheiten beeinflusst. Produkte mit funktionalen Eigenschaften und gesundheitlichem Zusatznutzen gewinnen an Bedeutung. Dazu zählen beispielsweise Säfte mit Ballaststoffen oder spezielle Produkte wie Rote-Bete-Saft, die gezielt im Kontext einer bewussten Ernährung nachgefragt werden.
Internationale Märkte und Handel beeinflussen Fruchtsaft und Gemüsesaft
Auch globale Entwicklungen wirken sich auf den Markt für Fruchtsaft und Gemüsesaft aus. Das geplante Mercosur-Abkommen wird vom Verband grundsätzlich positiv bewertet. Die vorgesehenen Zollsenkungen für Orangensaft sollen ab Mai 2026 schrittweise umgesetzt werden. Die Auswirkungen auf die Preise werden als moderat eingeschätzt. Brasilien spielt dabei eine zentrale Rolle im internationalen Markt, da das Land sowohl bei der Orangenproduktion als auch beim Export von Orangensaft eine dominierende Stellung einnimmt. Zudem gibt es Fortschritte bei der Bekämpfung der Zitruskrankheit Greening, die in den vergangenen Jahren die Erntemengen deutlich beeinflusst hat.
Apfelsaftmarkt bleibt schwer prognostizierbar
Im Bereich Apfelsaft profitierte die Branche im Jahr 2025 von guten Erntebedingungen in Europa sowie einer hohen Streuobsternte. Für die laufende Saison lassen sich jedoch noch keine belastbaren Prognosen treffen. Die Nachfrageentwicklung bleibt unsicher, insbesondere im Frischmarkt, wo sich eine zurückhaltende Kaufbereitschaft abzeichnet.