Industrie 4.0: Zukunftssichere Serialisierung für Lebensmittel

Joghurtbecher bekommt Anschluss an eine Daten-Cloud

Joghurt-Becher mit aufgedrucktem QR-Code

Auf der Interpack 2017 hat Bosch Packaging Technology Ansätze vorgestellt, wie sich mit Industrie 4.0-Lösungen höhere Prozesssicherheit und Produktqualität erzielen lassen. „Vor allem in der pharmazeutischen und der Nahrungsmittelindustrie erwarten Hersteller wie Endkunden absolut sichere Endprodukte“, sagt Dr. Stefan König, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Packaging Technology. „Der Schlüssel dazu sind transparente und kontrollierbare Herstellungsprozesse, die internationalen Richtlinien entsprechen. Mit unseren Industrie 4.0-Lösungen unterstützen wir Kunden dabei, ihre Prozesse zu optimieren – und so ihre Produkte für Endkunden und Patienten noch sicherer zu machen.“

Durchgängige Prozesssicherheit
Detaillierte Informationen über den jeweiligen Maschinen-, Linien- oder Prozessstatus liefert die „Condition Monitoring Plattform“. Sie erfasst Anlagendaten in Echtzeit und ermöglicht so dem Wartungspersonal, frühzeitig einzugreifen, ehe es zu kostspieligen Prozessabweichungen oder Stillständen kommt. So hat der Maschinenbauer auf der Verpackungsmesse exemplarisch die Überwachung von Filtern vorgestellt, die die durchgängige Sterilität des Produktionsprozesses sicherstellen. Spezielle Sensoren innerhalb der Anlage prüfen den Sterilisationsstatus der Filter. Sobald vordefinierte Parameter überschritten werden, erhalten Bediener eine Benachrichtigung. So können sie Wartungsaktivitäten schnell einleiten und Produktverlusten aufgrund nicht-steriler Prozesse entgegenwirken.

„Auch in der Lebensmittelindustrie steigen die Anforderungen an die Produktsicherheit stetig“, so König. „Während wir bei der Track & Trace-Lösung für Pharma bereits auf das umfassende Know-how der Bosch-Gruppe, zum Beispiel aus dem Automobilbereich, zurückgegriffen haben, können wir dieses Wissen nun auch auf die Nahrungsmittelindustrie übertragen.“

Joghurtbecher kommuniziert mit der Cloud
Bei der auf der Interpack erstmals vorgestellten Anwendung im Bereich Joghurtverpackung ist die Verpackungsmaschine mit der CPI-Software verbunden, die Informationen direkt in die Bosch IoT Cloud überträgt. Über den auf dem Deckel des Joghurtbechers aufgedruckten QR-Code können Endkonsumenten sich vergewissern, ob sie ein Originalprodukt gekauft haben. Zudem lassen sich bei nachträglich identifizierten Mängeln wie beispielsweise Verunreinigungen im Joghurt gezielt die Chargen zurückrufen, die im Umfeld des fehlerhaften Bechers produziert wurden. Verbraucher gewinnen so mehr Sicherheit, denn über den QR-Code können die Informationen auf alle relevanten Produkte übertragen werden. So lassen sich Rückrufaktionen wie beispielsweise bei Mars-Schokoriegeln vermeiden, bei dem 2016 Konsumenten aufgefordert wurden, tonnenweise Produkte von vier Monaten Produktionszeit umzutauschen.

„Die Cloud ermöglicht es, den Dialog mit den Verbrauchern aktiv voranzutreiben“, fügt König hinzu. „Denn bei Produktfehlern können Konsumenten die Hersteller umgehend informieren – und sie dabei unterstützen, die Qualität ihrer Produkte sicherzustellen.“ Neben der Produktverifizierung können Hersteller bereits bewährte Online-Marketingmaßnahmen über den Code nutzen, indem produktspezifische, weiterführende Informationen wie etwa Zutaten, Allergene oder Rezepte ergänzt werden.

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