Polnischer Confiserie-Hersteller Mieszko setzt auf TLM-Pralinenpackstraße

Werkzeuglose Formatumstellung in 15 bis 20 Minuten

Im Zuführband ist eine neu entwickelte Rütteleinheit integriert, die die Pralinen schonend aufrichtet

Gefüllte Pralinen sind die Spezialität des polnischen Confiserie-Herstellers Mieszko. Die Köstlichkeiten werden in zwei Produktionsstätten in Ratibor bei Kattowitz produziert. Bei der Herausforderung, sowohl die Vorsortierung als auch den Verpackungsprozess zu automatisieren, setzte das Unternehmen auf die Erfahrung von Gerhard Schubert. Die Experten konstruierten für die sensiblen Produkte eine einzigartige Rütteleinheit: Sie stellt die halbrunden Kirschpralinen schonend auf ihre flache Unterseite, bevor die Leckereien in der TLM-Pralinenpackstraße zu verschiedensten Sortimenten zusammengestellt und verpackt werden. 

Eine besonders beliebte Mieszko-Nascherei sind die Cherrissimo-Pralinen: Mit Schokolade umhüllt und in bunte Folie gewickelt, werden die halbrunden Kirschpralinen mit alkoholhaltiger Füllung vom kleinen Geschenkpäckchen bis zum großen Pralinensortiment angeboten. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, plante Mieszko, den Verpackungsprozess stärker zu automatisieren. Gefordert sind beim Verpacken dieser sensiblen Produkte sowohl ein äußerst schonendes Produkthandling als auch eine hohe Formatvielfalt. Für diese Anforderungen entwickelten die Spezialisten von Gerhard Schubert eine hochflexible TLM Pralinenpackstraße mit einer neuartigen vorgelagerten Rütteleinheit. Diese übernimmt automatisch die Vorsortierung der halbrunden Pralinen, indem sie die Produkte besonders schonend auf ihre flache Unterseite stellt. So können die Leckereien anschließend richtig orientiert von den Pick-and-Place-Robotern aufgenommen und in Kunststofftrays gesetzt werden.

Die fertig bestückten Trays werden in Doppelwandschachteln oder Faltschachteln gesetzt. Um die Faltschachteln beim Einlegen der Trays offenzuhalten, konstruierte Schubert eigens ein Spreizwerkzeug. Des Weiteren lassen sich in der Anlage auch nackte Produkte verpacken. Tomasz Stiebler, Projektleiter bei Mieszko, ist mit dem Ergebnis hochzufrieden: „Die große Flexibilität der Anlage ist für uns optimal. Wir können mehr als 20 verschiedene Verpackungskombinationen verarbeiten. Auch von der werkzeuglosen Umstellung zwischen den Formaten bin ich begeistert.“ Denn Schubert ermöglicht bereits standardmäßig einen schnellen und einfachen Tausch der Roboterwerkzeuge ohne weitere Hilfsmittel.

Korrekt vorpositionierte Pralinen dank Rütteleinheit auf TLM Packstraße

Die neue TLM-Pralinenpackstraße von Schubert besteht aus sechs Teilmaschinen. In der ersten werden die Kunststofftrays in die Kette eingesetzt. Daran schließen drei TLM-Teilmaschinen mit integrierten F4-Robotern an, die seitlich über drei Zuführwege beliefert werden. An jeder Zuführung sorgen jeweils drei hintereinandergeschaltete Bänder für die korrekte Position der verschiedenen Pralinensorten. Michael Voelskow, verantwortlicher Sales Account Manager bei Schubert, erklärt die Funktion: „Das erste Zuführband liefert die umwickelten Pralinen unsortiert im Pulk an. Bei der Übergabe auf ein zweites Band positionieren sich die Produkte nicht mehr über-, sondern nebeneinander in eine einzige Lage. Das direkt anschließende dritte Band bewegt sich ruckartig zwei Schritte vor und einen Schritt zurück.“ Die Bewegung ist gerade so stark, dass schon korrekt positionierte Produkte nicht davon beeinflusst werden. Dagegen werden die auf der runden Seite liegenden Pralinen aus dem Gleichgewicht gebracht und drehen sich auf ihren flachen Boden.

Richtig positioniert passieren die Pralinen ein Spreizband zur Vereinzelung. Ein Auflichtscanner erkennt die Position der Produkte. Das Bilderkennungssystem von Schubert wurde eigens für Verpackungsaufgaben bei großen Produktbandbreiten entwickelt. So lässt sich nicht nur die Lage der Produkte berechnen, sondern es wird auch die Qualität beurteilt: Nur einwandfreie Pralinen werden von den Pick-and-Place-Robotern aufgenommen und in die bereitgestellten Kunststofftrays gelegt. Um die sensiblen Produkte sicher zu verpacken, verfügen die F4-Roboter in der Schubert-Anlage über individuell konstruierte Werkzeuge. Weiche, halbschalenförmige Greifer, die exakt der Form der halbrunden Mieszko-Leckereien angepasst sind und mit Vakuum arbeiten, sorgen für das schonende Umsetzen der Pralinen vom Band in die Kunststofftrays.

Anschließend setzen F2-Füllroboter die befüllten Trays in bereits aufgerichtete Doppelwandschachteln und legen je nach Format zum Schutz der Produkte Polsterpapiere auf. Alternativ kommen Faltschachteln zum Einsatz, die beim Einlegen der Kunststofftrays von einem ebenfalls individuell konstruierten Spreizwerkzeug offen gehalten werden. Zudem können in der Anlage auch nackte Produkte verpackt werden, indem sie – ohne Einsatz der Rütteleinheit – vom Tablett auf die Zuführbänder geschoben werden. Ein Wechsel zwischen den verschiedenen Verpackungskombinationen ist werkzeuglos und innerhalb von 15 bis 20 Minuten möglich.

Für die Zukunft aufgestellt

Realisierbar sind in Zukunft auch noch weitere Verpackungsvarianten, wie zum Beispiel Trays für sehr kleine Chargen, die von Hand in die Kette eingelegt werden. Mit der neuen Schubert-Pralinenpackstraße hat Mieszko den komplexen Verpackungsprozess der Cherrissimo-Pralinen stark erweitert und ist nun in der Lage, seine Produktion deutlich zu steigern.
 

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