Business-Lunch mit Clemens Berger, Leiter F&E bei der Krones AG

Vier Gänge mit fünf Fragen

Clemens Berger

Als Bereichsleiter F&E ist Clemens Berger u.a. für das Innovationsmanagement, Vorentwicklung und die Verfahrenstechnik bei der Krones AG in Neutraubling verantwortlich. Im Vier-Gänge-Interview "Business Lunch",  kommen wir neben aktuellen Produktentwicklungen und den unterschiedlichen Kundenanforderungen, auf die Neuheiten zur drinktec zu sprechen.

1. Amuse Gueule
LMV-online.de: Sehr geehrter Herr Berger, 2013 ist drinktec-Jahr und die ganze Getränkewelt freut sich auf das Zusammentreffen. Die wievielte drinktec ist dies für Sie persönlich und was fasziniert Sie an der Münchner Messe besonders?

2005 war meine erste drinktec, ich stehe in diesem Jahr also vor meiner Dritten. Ich konnte 2005 bis zu meinem ersten Messetag nicht so richtig verstehen, warum Krones diesem Ereignis so entgegen fieberte. Die paar Minuten auf dem Weg durch die Messe und der Blick in unsere Halle am ersten Tag reichten aber vollkommen, um mich zu infizieren.

Als Leiter der Forschung und Entwicklung interessieren mich am meisten die neuen Branchentrends, die man erkennen kann, aber auch viele kleinere Innovationen und Ideen. Vor allem aber fasziniert mich, welche Motivation, Begeisterung und welcher Stolz bei all unseren Mitarbeitern zu spüren ist, wenn sie auf unserem Messestand ihre Produkte zeigen und Krones repräsentieren können. Es ist eine einmalige Erfahrung, sich mit Kunden über die neuesten Technologien auszutauschen und direkt deren Rückmeldungen und Eindrücke zu bekommen.   

2. Vorspeise
LMV-online.de: Krones sagt von sich selbst, "Mehrwert" für die Kunden anzubieten. Können Sie regionale Unterschiede bei den Marktbedürfnissen erkennen? Wenn ja, wo sehen Sie noch besondere Wachstumschancen und wie geht Krones mit den unterschiedlichen Anforderungen um?

Tatsächlich erleben wir sehr große regionale Besonderheiten und Unterschiede bei den Wünschen unserer Kunden, was auch sehr verständlich ist, wenn man die geographischen, kulturellen und politischen Besonderheiten einzelner Länder berücksichtigt. Unser oberstes Ziel ist es, durch regionale Vertriebs- und Servicestrukturen nicht nur die Sprache unserer Kunden zu sprechen, sondern tatsächlich auch verstanden zu haben, was die besonderen Anforderungen sind und wie eine maßgeschneiderte Lösung für genau diesen Kunden in seinem Land mit seinen Produkten und seinem Markt aussieht. Unterschiede gibt es z. B. in Bezug auf die Anforderungen an Flexibilität oder die Bedienung der Technik.

Im asiatisch-pazifischen Raum einschließlich China, den südamerikanischen Staaten sowie dem afrikanischen Kontinent erleben wir schon heute eine hohe Wachstums-Dynamik und sehen diese auch in den kommenden Jahren anhaltend hoch. Diese Regionen bieten Krones weiterhin großes Potential.

3. Zwischengang
LMV-online.de: Abgesehen von den regionalen Kontrasten, entwickeln sich auch die Teilbranchen in der Lebensmittelproduktion durchaus unterschiedlich. In welchen technischen Bereichen der Getränkeindustrie sehen Sie aktuell Schwerpunkte in der Produktentwicklung? 

Für Krones gesprochen sind drei Entwicklungen zu unterscheiden: Als einen Trend erleben wir in nahezu allen Märkten eine hohe Nachfrage an Top-Technologie, d. h. hocheffiziente Technik mit den modernsten Standards. Dem müssen wir begegnen, in dem wir unsere Technik so einfach gestalten, dass sie überall auf der Welt ohne Spezialisten beherrschbar ist.

Daneben gibt es bei unseren Kunden weiterhin die starke Zunahme an verschiedenen Produkten, also immer größeren Produktportfolios und immer wieder neuen Getränken, die auch zunehmend höhere Anforderungen an die Getränkeherstellung und -abfüllung stellen. Als Beispiel sei hier die steigende Anzahl an sensiblen Getränken genannt. Hier steht die Forderung nach flexiblen Lösungen, die eine sichere Reproduzierbarkeit garantieren, im Vordergrund.

Der dritte Trend ist der Bedarf an Technik, die punktgenau auf die konkrete Anforderung ausgelegt ist, damit unsere Kunden die wirtschaftlichste  Lösung für ihren Bedarf einsetzen können. Dazu benötigt der Markt neue Ideen, mit denen konventionelle Anlagen vereinfacht werden können. In allen drei Fällen geht es also letztlich um Komplexitätsreduzierung.

4. Hauptgang
LMV-online.de: Können Sie unseren Lesern schon verraten, welche besonderen technischen Highlights die Messebesucher auf dem Messestand von Krones erwarten?

Das würde ich in der Tat sehr gerne, weil ich es selbst schon kaum mehr erwarten kann. Mich freut am meisten, dass wir dieses Jahr noch stärker die Möglichkeit haben, zu zeigen, was wir an Innovationskraft besitzen. Leider kann ich noch nicht im Detail verraten, was es bei uns zu sehen gibt, aber wir haben die letzten vier Jahre intensiv genutzt und werden in allen Technologiebereichen die Produkt-Generationen für die nächsten Jahre zeigen. Wichtig ist uns immer, dass wir unsere Kunden mit installierten Anlagen über die komplette Nutzungsdauer mit wirtschaftlichen Verbesserungen bedienen können, um so den Wert der Krones Anlagen bei unseren Kunden auf Dauer hoch und die Investition auf viele Jahre rentabel zu halten. Hierzu werden wir zahlreiche Upgrades zeigen.

Ein Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf der Präsentation der modernsten Systeme zur Herstellung und Abfüllung mikrobiologisch empfindlicher Getränke. Weiterhin steht für uns das Thema Flexibilität im Vordergrund sowie der ressourcenschonende Umgang mit Energie und Medien. Mit den Erfolgen, die unsere Kunden und auch wir mit unseren ErgoBloc- und Bloc-Lösungen feiern, ist es klar, dass wir hier Einiges zeigen werden. Gleichzeitig wissen wir, wo wir herkommen und das sind zuverlässige, effiziente und wirtschaftliche Einzelmaschinen – Ehrensache, dass unsere Kunden auch hier von uns jede Menge Neuigkeiten erwarten können. Wir freuen uns schon sehr auf die Reaktionen unserer Kunden.

5. Dessert
LMV-online.de: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Die Krones AG twittert sehr aktiv und hat aktuell über 2.500 Follower. Worin sehen Sie die Vorteile von Social Media und twittern Sie auch privat?

Ich muss gestehen, dass ich bisher kein aktiver Verfasser von Tweets bin, dennoch bin ich gut vernetzt und informiert, was über Krones „gezwitschert“ wird. Aus meiner Sicht ist Social Media mit seinen unterschiedlichen Formen bereits ein integraler Bestandteil unserer heutigen Kommunikationskultur. Mit Respekt und Verstand genutzt, bieten Socal Media Plattformen vielfältige Möglichkeiten für Unternehmen genauso wie für Privatpersonen.

Ein für mich sehr wichtiger Krones Wert ist die Dialogstärke. Das kann jeder Mitarbeiter z. B. beim täglichen Hallenrundgang unseres Vorstands erleben und soll jeder Kunde durch seinen Kontakt mit Krones Mitarbeitern bei Projekten erfahren. Die Aufgabe aller Krones Mitarbeiter ist es, „Dialogstärke“ mit Leben zu füllen. Krones steht daher täglich in einem globalen Dialog mit Kunden, Fachpublikum, interessierter Öffentlichkeit, potentiellen und eigenen Mitarbeitern. Dabei sind wir aber noch längst nicht am Ziel. Jeder Krones Mitarbeiter steht in der Pflicht, dieses Versprechen einzulösen und Dialogstärke und einen wertschätzenden Umgang mit seinem Gegenüber zu zeigen - künftig eben auch verstärkt über Social Media Kanäle.

Dabei kennen unsere Mitarbeiter die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Ansprechpartner besser als eine Kommunikationsabteilung das könnte. Jeder, der Krones und damit seine Mitarbeiter einmal „live“ erlebt hat, erkennt schnell, warum wir überzeugt sind, dass die Begeisterung und der Einsatz der Krones Mitarbeiter auf Dauer den entscheidenden Unterschied ausmachen wird. Denn was dauerhaft bleiben wird, sind persönliche Erlebnisse mit Krones. Wir möchten dieses Bild mit unserem Social Media Auftritt prägen. Der Maschinenbauer soll menscheln.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Über Clemens Berger
Der verheiratete und zweifache Familienvater Clemens Berger (40) schloss an der TU München sowohl als Maschinenbau-Ingenieur, als auch als Wirtschafts-Ingenieur ab.

Nach seiner ersten beruflichen Tätigkeit bei einem bayrischen Automobilhersteller im Bereich Produktionsstrategie, startete er drei Jahre später in 2004 bei der Krones AG in verschiedenen Leitungsfunktionen durch (Abteilungsleiter Fabrik- und Anlagenplanung, Spartenleiter Kunststofftechnik „Streckblasmaschinen“).

Seit Januar 2012 leitet er als Bereichsleiter F&E (Patentwesen, Innovationsmanagement, Automatisierung, Vorentwicklung, Verfahrenstechnik, Standardisierung und Konfiguration) die Geschicke des Unternehmens.

Dabei lerne Clemens Berger die Krones AG bereits 1992, am Anfang seines Maschinenbaustudiums im Rahmen des Grundpraktikums kennen. 1996 bekam er die Gelegenheit bei Krones Inc., USA ein mehrmonatiges Auslandspraktikum zu absolvieren. Clemens Berger dazu: „Seit 2004 bin ich also sozusagen wieder back to the roots".
 

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