Nachhaltigkeit: Grundfos unterstützt Lebensmittelindustrie mit intelligenten, energieeffizienten Pumpen

„Possibility in every drop“: André Vennemann im Gespräch

André Vennemann von Grundfos

Grundfos ist ein Paradebeispiel dafür, dass sich wirtschaftliche Ziele und der Wunsch, die Welt zu verbessern, nicht ausschließen. Der dänische Hersteller von Pumpen, Motoren und Wasseraufbereitungstechnik, die auch in Sekundärprozessen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zum Einsatz kommen, gehört einer Stiftung. Und die agiert „purpose-driven“, um Gutes für die Menschheit zu tun. Konkret geht es um die beiden Handlungsfelder Wasser und Energie. André Vennemann ist verantwortlich für das Industriegeschäft in der DACH-Region. Er erklärt: „Bereits vor fünf Jahren hat Grundfos neben seinen kommerziellen Zielen sich selbst das Ziel gesetzt, 300 Millionen Menschen mit sauberem Wasser versorgen zu wollen, die bislang keinen Zugang dazu haben. Dies geschieht durch eigene Initiativen, unsere Stiftung sowie gezielte Unterstützung von Partnerschaften und Kunden global. Das konkretisiert sich jetzt natürlich immer mehr durch alles, was mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Der Klimawandel ist zu einer der wichtigsten Triebfedern für alles geworden, was wir bei Grundfos heute tun.“

Der Wasserbedarf in der Lebensmittelproduktion ist enorm, vor allem durch die hohen Anforderungen an eine hygienische Produktion und die damit verbundenen Reinigungsprozesse. Aber auch der Wasserverbrauch in der Primärproduktion ist nicht zu unterschätzen. Noch ist Wasser in Deutschland vergleichsweise günstig und Wasserknappheit kein akutes Thema. Doch angesichts der letzten heißen Sommer gewinnt der Aspekt der Wasseraufbereitung und -wiederverwendung an Bedeutung. Ein Beispiel für mehr Wassereffizienz ist die Brauerei Carlsberg. Im Jahr 2010 verbrauchte das Unternehmen noch 4,7 Liter Wasser, um einen Liter Getränk herzustellen. Heute sind es nur noch 3,7 Liter. André Vennemann beschreibt die Entwicklung in der Branche: „Brauereien wie Carlsberg haben ein hohes Eigeninteresse und arbeiten weiter daran, den Wasserbedarf zu senken. Damit verringert sich gleichzeitig der Energieeinsatz. Das kann durch Wasserwiederaufbereitung geschehen oder durch energieeffizientere Pumpen, auch in den Sekundärprozessen. Grundfos kann Getränke- und Lebensmittelhersteller dabei unterstützen, 90 Prozent des Prozesswassers wiederzuverwenden. Natürlich wird auch für die Wasseraufbereitung Energie benötigt. Aber der Kreislauf rechnet sich insgesamt.“

Neben den Aspekten der Ressourcenschonung steigen auch die Anforderungen durch gesetzliche Vorgaben, zum Beispiel aus den Regelwerken der Europäischen Union. Im Zusammenspiel von Eigeninitiative und Gesetzgebung könne der Schlüssel für einen wirksamen Klimaschutz liegen. Vennemann betont: „Bei unseren eigenen Aktivitäten konzentrieren wir uns auf Projekte, bei denen wir Einfluss nehmen und etwas bewegen können. In der Lebensmittelindustrie ist allein schon wegen der Reinigungsprozesse das Interesse am Wasserwiederaufbereitung besonders groß“. So wurde in der Unternehmensgruppe eine Water-Treatment-Plattform aufgebaut und gezielt Unternehmen wie Eurowater, Meco, Metashere und Culligan übernommen, um das gesamte Spektrum zur Verbesserung des Wasser- und Energieverbrauchs abzudecken. Im Unternehmen gibt es dazu ein Leitmotiv: „There is no green without blue“. Das kann sich darauf beziehen, dass Pflanzen ohne Wasser nicht wachsen. Aber auch darauf, dass Wassereinsparung zu Energieeinsparung führt. Denn wenn weniger Wasser durch Pumpen bewegt wird, verbrauchen diese weniger Strom.

Wasseraufbereitungsanlage von Eurowater

Klimaziele und Einsparmaßnahmen über SBTi validiert

Grundfos hat sich 2022 als erstes Unternehmen der Branche seine Ziele zur Erreichung des Netto-Null-Ziels von der Science Based Target Initiative, kurz SBTi, validieren und wissenschaftlich anerkennen lassen. In dieser Vereinigung engagieren sich derzeit weltweit fast 8.300 Akteure für das Erreichen der Klimaneutralität. Damit Unternehmen ihre selbst gesteckten Ziele greifbar und vergleichbar machen können, hat die SBTi eine wissenschaftsbasierte Grundlage geschaffen. Die Unternehmen definieren mittelfristige Ziele bis 2030 und langfristige Ziele bis 2050, die von der SBTi auf ihre Vereinbarkeit mit dem Pariser Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius überprüft werden. Dazu müssen die Unternehmen herausfinden, wo sie konkret klimaschädliche Emissionen verursachen. Mit der Scope 1, 2 und 3-Systematik der SBTi wird erstmals die gesamte Lieferkette betrachtet. Damit können nun die Ziele von Unternehmen sowie deren Lieferanten und Kunden in einer Lieferkette ineinander greifen. Erst wenn sich Unternehmen dessen bewusst sind und auf Daten zurückgreifen können, lassen sich konkrete Pläne zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen entwickeln.

99 Prozent des Grundfos-CO2-Footprints entstehen beim Kunden

Der Pumpenhersteller hat in einer Klimabilanz festgestellt, dass in seiner gesamten Wertschöpfungskette 99 Prozent der CO2-Emissionen erst beim Kunden durch die Nutzung der Pumpen entstehen. Damit ist das Unternehmen intern bereits gut aufgestellt. Die direkten Scope 1-Emissionen aus dem eigenen Fuhrpark und der eigenen Wärmeerzeugung sowie die Scope 2-Emissionen aus zugekaufter Energie machen nur ein Prozent aus. André Vennemann sieht großes Potenzial, die nachgelagerten Scope 3-Emissionen zu reduzieren: „Da wir wissen, dass 99 Prozent unseres CO2-Fußabdrucks nicht im eigenen Haus entstehen, sondern durch die Produkte, die wir verkaufen, richten wir derzeit strategisch alles darauf aus, hier eine energetische Verbesserung zu erzielen. Eine Möglichkeit ist, alle Pumpen, die in den letzten 75 Jahren als Standard verkauft wurden, zu modernisieren. Wenn es uns gelingt, den Großteil dieser Pumpen mit Intelligenz auszustatten, können wir wertvolle Daten gewinnen, die unseren Kunden helfen, ihren CO2-Fußabdruck durch Energieeinsparungen gezielt zu reduzieren. Das Interesse der Industrie ist groß, denn durchschnittlich 40 Prozent des Energiebedarfs eines Industriebetriebs gehen auf das Konto von Pumpen. Das ist ein riesiger Block, bei dem man ansetzen kann. Außerdem verbraucht die Industrie 15 Milliarden Kubikmeter Wasser. Und allein diese beiden Zahlen zeigen, dass hier ein riesiges Potenzial für Ressourceneffizienz schlummert.“

Hier setzen digitale Lösungen für Grundfos-Produkte an, wie die „iSolutions“-Systeme, die intelligente Pumpen, Cloud-Anbindung und digitale Services miteinander verbinden. Dadurch werden Echtzeitüberwachung, Fernsteuerung, Fehlerprognose und Systemoptimierung möglich. Auch energieeffiziente Motoren mit Frequenzumrichtern, wie der im vergangenen Jahr eingeführte MGE-Motor Modell K können den Energiebedarf deutlich senken. Oder Lösungen wie die Smart Digital Chemparing Suite, die in Kombination mit intelligenten Dosierpumpen nicht nur hilft, den Dosierprozess remote zu kontrollieren, sondern auch die Monitoring-Funktion übernimmt, um die gesetzlich geforderten Dokumentationspflichten zu erfüllen.

Neben dem Engagement in der SBTi hat Grundfos auch personell in das Thema Nachhaltigkeit investiert. So wurde in den jeweiligen Ländern ein Team von Nachhaltigkeitsexperten aufgebaut, die das Thema vorantreiben. Zum einen können die Kunden in dieser Hinsicht besser betreut und beraten werden. Zum anderen werden so auch die Beschäftigten für das Thema sensibilisiert. Denn die richtige Einstellung und das persönliche Engagement sind laut Vennemann entscheidend, damit die Ziele zu mehr Nachhaltigkeit führen und ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich ist.

Fazit: Grundfos will bis 2050 klimaneutral werden

Bis 2030 will Grundfos seine Emissionen in Scope 1 und 2 um 50 Prozent und in Scope 3 um 25 Prozent reduzieren. Ein Baustein, um dieses Ziel zu erreichen, sind klare Vorgaben für den Verkauf intelligenter „iSOLUTIONS“-Systeme, mit denen die Hersteller durch die Digitalisierung ihrer Pumpen und Anlagen genaue Einblicke in die Prozesse erhalten und dort Wasser- und Energieeinsparpotenziale aufdecken. Bis 2050 soll der gesamte CO2-Fußabdruck um 90 Prozent reduziert werden. Die verbleibenden zehn Prozent sollen durch heute noch nicht verfügbare Beyond-Technologien dekarbonisiert werden. Denkbar ist zum Beispiel eine effiziente CO2-Abscheidung aus der Luft. André Vennemann fasst zusammen: „Die Relevanz in der Industrie zeigt, dass Nachhaltigkeit längst über den Nice-to-have-Status hinausgewachsen ist. Lieferanten werden nach Nachhaltigkeitsberichten gefragt und müssen ihre Anstrengungen für den Klimaschutz dokumentieren. Das gilt auch für Grundfos. Auch unsere Partner in der Lieferkette müssen bestimmte Nachhaltigkeitsziele erreichen. Der Druck des Marktes nimmt zu. Es kann zum Wettbewerbsfaktor werden, ob man sich als Unternehmen hier engagiert oder ob man aus dem Lieferantenpool gestrichen wird. Wir werden mit unserem Energy Check und dem Water Audit weiterhin eng mit den Lebensmittel- und Getränkeherstellern zusammenarbeiten, um einen wirksamen Beitrag zu mehr Klimaschutz zu leisten.“
 

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