Molkerei Uelzena erzielt 2015 neuen Absatzrekord

Milchverarbeitung steigt erstmals 528 Millionen Kilogramm

Vorstandsvorsitzender Claus-Peter Witt

Die Molkerei- und Nahrungsmittelgruppe Uelzena zeichnet für das Geschäftsjahr 2015 ein gemischtes Bild. So konnte die Gruppe aufgrund der ungünstigen Marktlage den Umsatz nicht halten. Er sank um sechs Prozent auf 526 Millionen Euro. Der Absatz der Hauptproduktgruppen dagegen stieg um 21 Prozent auf über 211 Millionen Kilogramm. Der Absatz entwickelte sich insbesondere in den strategischen Geschäftsbereichen Zutaten, Instantgetränke und Gesundheitsprodukte positiv. Mit dem gezielten Ausbau des Industriegeschäfts will die Molkerei-Gruppe auch zukünftig in speziellen Marktsegmenten eine führende Rolle spielen. 

Die Anlieferung von Milchrohstoffen stieg 2015 um vier Prozent auf einen neuen Rekordwert von rund 528 Millionen Kilogramm an. Wie der Vorstandsvorsitzende Claus-Peter Witt berichtete, musste der Milchauszahlungspreis 2015 aufgrund der schlechten Marktlage um 8,4 Cent pro Kilogramm auf 29,19 Cent pro Kilogramm reduziert werden. Er lag damit trotzdem zum fünften Mal in Folge auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts. Der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Schuppert wertete die Auszahlungsleistung aus Erzeugersicht als nicht zufriedenstellend, betonte aber gleichzeitig, dass sich die Uelzena-Gruppe in den letzten zehn Jahren zu einer der besten norddeutschen Molkereien entwickelt hätte.

Erfolgreicher Ausbau des Industriegeschäfts
Größtes Produktsegment mit 32 Prozent Absatz ist nun Milchpulver gefolgt von Butter und Butterfett mit 21 Prozent. Die Absatzausweitung bei Milchpulver ist Folge der strategischen Zusammenarbeit von vier Genossenschaften im MTW Milchtrockenwerk Norddeutschland in Neumünster. Die nicht-milchwirtschaftlichen Spezialprodukte Instantgetränke, Gesundheitsprodukte und Lohntrocknung wuchsen um sechs Prozent und tragen nun ebenfalls 21 Prozent zum Gesamtabsatz bei.

Die Käseproduktion in der Altmark-Käserei Uelzena sowie die Produktion von gezuckerter Kondensmilch und von Milcherzeugnissen für die Feinkostindustrie der WS Warmsener Spezialitäten wurde aufgrund der Marktpreise leicht zurückgenommen.

Uelzena produziert umweltfreundlicher
Zum Geschäftsjahr 2015 legt die Uelzena-Gruppe zum zweiten Mal einen Nachhaltigkeitsbericht vor. Eine besonders positive Entwicklung konnte in den letzten vier Jahren in der Produktion erreicht werden. Die Werke produzieren deutlich umweltfreundlicher. Gegenüber dem Basisjahr 2012 wurde das Abwasservolumen um 14 Prozent, die Abwasserbelastung um 26 Prozent und der CO2-Ausstoß sogar um 49 Prozent reduziert. Wie Witt betonte, sichert eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete integrierte Unternehmensstrategie nicht nur die breite Akzeptanz der Milchproduktion, sondern ist im Industriekundengeschäft notwendig für den geschäftlichen Erfolg, da immer mehr Markenartikelhersteller Nachhaltigkeitskriterien bei der Lieferantenauswahl berücksichtigen.