Milchforum 2019 in Berlin: Von Brexit bis Sektorstrategie

Deutsche Milchwirtschaft diskutiert

Berliner Milchforum 2019

„Deutsche Milchwirtschaft im internationalen Handel - Chancen und Risiken“ war das Thema des 10. Berliner Milchforums am 21./22. März 2019 in Berlin. „Die Themen dieses Milchforums spiegeln treffend die Herausforderungen des deutschen Milchsektors für 2019 wider“, so Peter Stahl, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes. „Die Interessen von Molkereien und Milcherzeugern hinsichtlich der Zukunftsstrategien liegen nicht so weit auseinander, wie von einigen Seiten häufig suggeriert wird“, führt Peter Stahl aus.

Die Milchanlieferung in Deutschland ist 2018 gegenüber den Vorjahren in Teilen Deutschlands wieder gestiegen, trotz der Dürre in einigen Regionen. Deutsche Erzeuger lieferten 2018 mit 31,7 Millionen Tonnen 1,5 Prozent mehr Milch an deutsche Molkereien als 2017. Die Milcherzeugerpreise in Deutschland für konventionelle Kuhmilch lagen 2018 mit 34,37 Cent/kg (bei 4,0 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß) um fünf Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Deutlich freundlicher gegenüber dem Vorjahr zeigt sich der Markt für Magermilchpulver. „Nachdem die Preise auf einen historischen Tiefststand gesunken sind, hat die EU zügig und mit Bedacht die umfangreichen Mengen Magermilchpulver fast vollständig aus der Intervention verkauft. Das war ein Ende mit Schrecken, hoffentlich brauchen wir die Intervention in Zukunft nicht mehr“, erläutert der Vorsitzende die Entwicklung.

Sektorstrategie Milch

Die Arbeiten an der Sektorstrategie gehen voran, die Kernthemen sind benannt und abgeglichen. „Eine Strategie für einen ganzen Sektor über verschiedene Stufen zu entwickeln ist kein einfaches Unterfangen“, betont Peter Stahl. Bereits jetzt zeigt sich aber auch, dass Alles-oder-Nichts-Forderungen für einzelne Themenbereiche in einem solchen Prozess nicht förderlich sind und Weiterentwicklungen bremsen. Ein Gegenstand der Strategie sind auch die Vertragsbeziehungen zwischen Milcherzeuger und Molkerei. Vielfach heißt es, die Branche solle sich bewegen. Dies tut sie bereits, was nicht zuletzt durch Ergebnisse des Ife-Institutes bestätigt wird, an vielen Stellen deckungsgleich mit der MIV-Umfrage. „Es gibt bereits heute eine Vielzahl an verschiedenen Verträgen zwischen Molkerei und Milcherzeuger. Und wenn beide Seiten eine Mengenbegrenzung festschreiben möchten, so sollen sie dies auch gerne tun“, führt Peter Stahl aus.

„Eine verpflichtende Einführung von Vertragsbestandteilen wie Menge und Preis scheint nicht geeignet, die internationalen Rohstoffmärkte auszuhebeln. Ich tue mich daher schwer damit, einem solchen Feldversuch zuzustimmen, da ich nicht glaube, dass das funktionieren wird“, stellt der Vorsitzende fest.

Marktausblick Milch

Die Marktaussichten sind derzeit eng verknüpft mit den Entwicklungen in Sachen Brexit. Großbritannien ist auch weiter ein sehr wichtiger Handelspartner im Milchbereich. „Die derzeit wahrscheinliche Verschiebung des Brexit ohne konkretes Ziel und Vereinbarung verlängert die Unsicherheit für alle Marktbeteiligten in Deutschland und Europa“, stellt der Vorsitzende fest und ergänzt „jedoch bin ich überzeugt davon, dass die deutschen Molkereien auf egal welche Form des Brexit schnell und zielsicher reagieren und passende Strategien entwickeln werden“.
 

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