Lebensmittelwirtschaft begrüßt erste EU-Teilliste

Gesundheitsbezogene Angaben

Lebensmittelinformationsverordnung

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) begrüßt die Einigung der Europäischen Kommission auf einen ersten Teil der Liste mit allgemein anerkannten gesundheitsbezogenen Angaben, der am 25.05.12 im EU-Amtsblatt veröffentlicht worden ist.

"Europaweit geltende, einheitliche Kriterien sind sowohl für die Lebensmittelhersteller als auch für die Verbraucher eine positive Entwicklung und grundsätzlich zu befürworten", erklärt BLL-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Matthias Horst. Er stellt jedoch klar, dass gesundheitsbezogene Werbeaussagen schon immer nur dann verwendet werden durften, wenn sie wissenschaftlich abgesichert und belegbar waren: "Wenn vereinzelt der Eindruck erweckt wird, erst mit der Verabschiedung der aktuellen Liste beginne der Verbraucherschutz auf der Grundlage des Erfordernisses eines wissenschaftlichen Nachweises, dann ist das schlicht falsch."

Mit der ersten Teilliste ist jedoch erst gut die Hälfte der gesundheitsbezogenen Angaben bearbeitet, die zur Prüfung anstehen, hauptsächlich Aussagen zu Vitaminen, Mineralstoffen, ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen oder auch Eiweiß und Kohlenhydraten, die im Wesentlichen seit langem allgemein anerkannt sind.

Der schwierigere Teil liegt laut dem BLL-Hauptgeschäftsführer noch vor der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und der Europäischen Kommission, wenn der selbst gesetzte Anspruch, das Ernährungswissen in der Verordnung zutreffend und umfassend abzubilden, auch erfüllt werden soll: "Insbesondere bei der Bewertung von Pflanzenstoffen, aber auch bei einer Vielzahl anderer Stoffe gibt es noch keine einheitlichen Kriterien." Es steht deshalb zu erwarten, dass der Prozess der wissenschaftlichen Bewertung und anschließend auch der Beratung der weiteren Teile der Liste zu gesundheitsbezogenen Angaben noch einige Jahre andauern wird.

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