Bilanz 2018: Arla Foods schafft Trendwende nach schwierigem Jahresstart

Arla Foods ist eine europäische Molkereigenossenschaft

Nach einem schwierigen 1. Quartal 2018, hat die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods ihre Leistung im Jahresverlauf gesteigert und das Jahr mit verbesserten Absatzzahlen und einem höheren Markenanteil abgeschlossen. Dabei zeigte sich das Deutschlandgeschäft stark, so dass der mengenbasierte Umsatz im Bereich der Kernmarken um 6,5 Prozent stieg. Hierzulande ist das Unternehmen mit Marken wie Arla Buko, Arla Skyr und Kærgården vertreten. Mit dem Transformationsprogramm Calcium konnten unternehmensweit deutlich mehr Kosten eingespart werden als zunächst kalkuliert. Dank einer historisch starken Bilanz hat der Aufsichtsrat vorgeschlagen, den gesamten Nettogewinn 2018 an die Genossenschaftsmitglieder auszuzahlen.

Wie bereits 2017, zeigten sich Arlas Top Marken besonders stark im deutschen Kühlregal: Arla Skyr verzeichnete ein Absatzplus von 33,3 Prozent und Arla Bio ein Plus von 38,6 Prozent. Auch Finello, Arlas Marke für geriebenen Käse, hat mit einem Plus von 33,8 Prozent das Jahr sehr erfolgreich abgeschlossen. Ebenso hat sich Arla Kærgården im hart umkämpften Markt für Mischstreichfette und Butter sehr gut behauptet und beim Absatzvolumen um 5,8 Prozent zugelegt. Auf der Innovationsseite präsentierte Arla Foods in Deutschland im vergangenen Jahr ebenfalls eine besondere Produktneuheit: den neuen Arla Bio Fruchtjoghurt, der nur aus den Zutaten Bio-Joghurt sowie Bio-Früchten besteht und komplett auf den Zusatz von Zucker und anderen Inhaltstoffen verzichtet. Dies ist in dieser Form auf dem deutschen Markt einzigartig.

Markengeschäft wächst auch international

Obwohl der Umsatz aus Arlas internationalen Wachstumsmärkten außerhalb Europas durch Wechselkurse negativ beeinflusst wurde, verzeichnete Arlas internationaler Geschäftsbereich ein mengenbasiertes Umsatzwachstum von 4,6 Prozent im Markengeschäft und erreichte einen Gesamtumsatz von 1,58 Milliarden Euro. Der Nahe Osten und Nordafrika bleiben weiterhin Arlas größter Markt außerhalb Europas. Hier stieg der Umsatz 2018 auf 560 Millionen Euro, im Vergleich zu 549 Millionen Euro in 2017. Die geplante Übernahme des Schmelzkäsegeschäfts unter der Marke Kraft von Mondeléz International wird Arlas Position im Nahen Osten erheblich stärken. „Wir arbeiten in einem globalen Markt mit sich schnell verändernden Lebensmitteltrends, politischen Unsicherheiten und Schwankungen. Trotzdem verzeichneten unsere Märkte weltweit gute Ergebnisse, auf denen wir 2019 aufbauen können. Mit unserer Good Growth Strategie sind wir auf dem richtigen Weg, unser Geschäft nachhaltig auszubauen“ so Peder Tuborgh, CEO von Arla Foods.

Arla arbeitet daran, sein Geschäft zu verbessern, indem kontinuierlich mehr Milch der Genossenschaftsmitglieder im profitableren Markengeschäft eingesetzt wird. 2018 wuchs der Markenabsatz um 3,1 Prozent auf 45,2 Prozent des Umsatzes und übertraf Arlas Langzeitziel eines Markenanteils von 45 Prozent um 0,2 Prozent. Die Marke Arla ist für das globale Geschäft von zentraler Bedeutung. 2018 wuchs ihr Umsatz um 0,2 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro. Der Umsatz der Buttermarke Lurpak stieg um 6,3 Prozent auf 561 Millionen Euro, während Arlas Käsemarke Puck, führend im Nahen Osten und Nordafrika, ein Umsatzplus von 3,8 Prozent auf 352 Millionen Euro verzeichnete. Der Umsatz von Arlas Käsespezialitäten Castello sank, hauptsächlich aufgrund von Wechselkursen, um 0,6 Prozent auf 180 Millionen Euro. Der heiße Sommer hatte einen positiven Einfluss auf die Verkäufe von Milchgetränken, deren Anteil um 10,1 Prozent auf 248 Millionen Euro stieg.

Nettogewinn soll an die Genossenschaftsmitglieder ausgezahlt werden

Zum Ende des Jahres 2018 war der negative Einfluss der Dürre in Europa, wie erwartet, bei der produzierten Milchmenge zu spüren. Arlas Milchbauern mussten höhere Preise für Futtermittel zahlen. Arlas besonders starke Bilanz erlaubte es dem Aufsichtsrat bereits Ende August 2018 den Vorschlag zu machen, eine außerordentlich Einmalzahlung des gesamten Nettogewinns 2018 in Höhe von 290 Millionen Euro an die Genossenschaftsmitglieder zu leisten. Diese Zahlung wird als Bonus von 2,3 Eurocent pro Kilogramm produzierter Milch, die jeder Landwirt geliefert hat, ausbezahlt. Die Entscheidung hierzu wird von der Vertreterversammlung der Landwirte auf ihrer Tagung am 28. Februar getroffen. Jan Toft Nørgaard, Aufsichtsratsvorsitzender von Arla Foods: „Als landwirtschaftliche Molkereigenossenschaft sorgen wir uns um das Auskommen unserer Milchbauern und sehen, wie viele Kollegen von der Dürre im vergangenen Jahr betroffen waren. Wir haben diese außergewöhnliche Gelegenheit, ihnen ohne Risiko für Arla zu helfen. Ich bin stolz auf diesen Vorschlag.“

Die starke Bilanz ermöglicht es Arla auch 2019 umfangreiche Investitionen zu tätigen, besonders in neue Technologien und den Bereich Supply Chain. Dabei liegt der Fokus auf Energieeffizienz und Optimierung. In Summe plant Arla 2019 Investitionen in Höhe von 458 Millionen Euro. Zu den Hauptprojekten gehören unter anderem der sich bereits in Planung befindende neue Milchpulverturm in Pronsfeld (Deutschland), die Erweiterung und Modernisierung der Produktionsstätten in Nordeuropa, sowie größere Investitionen bei Arla Foods Ingredients. Der Brexit bleibt ein Unsicherheitsfaktor bei Arlas Erwartungen für 2019, während die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU fortschreiten. Arla beobachtet und bewertet kontinuierlich die Situation, um das Unternehmen auf die verschiedenen Szenarien vorzubereiten und macht seine Position für den freien Waren- und Personenverkehr weiterhin deutlich.

Auch in diesem Jahr erwartet Arla, das Markenwachstum in Europa und international fortführen zu können. Der Ausblick für den Konzernumsatz in 2019 liegt bei 10,2 bis 10,6 Milliarden Euro und der Anteil des Nettogewinns am Umsatz wird im angestrebten Bereich von 2,8 bis 3,2 Prozent erwartet.
 

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